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Springer knickt ein: Google kriegt Gratisrechte für weitere Titel

Google darf jetzt wieder für alle Titel des Axel-Springer-Verlags Textauszüge und Vorschaubildern anzeigen: Der Medienkonzern erteilte die Gratisrechte für welt.de, computerbild.de, sportbild.de sowie autobild.de.

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Der Medienkonzern Axel Springer macht im Streit über das Leistungsschutzrecht weitere Zugeständnisse an Google. Nun dürfe der Suchmaschinenanbieter auch die Inhalte der Springer-Angebote welt.de, computerbild.de, sportbild.de sowie autobild.de gratis wieder mit Textauszügen und Vorschaubildern anzeigen. Als Grund dafür nannte der Verlag signifikant schlechtere Zugriffszahlen auf die Portale, seitdem Google Vorschau-Inhalte dafür nur noch mit Überschriften darstellte.

Springer-Vorstands-Chef Mathias Döpfner kommt nicht gegen "Googles Marktmacht" an.

(Bild: dpa, Soeren Stache/Archiv)

So habe eine zweiwöchige Datenerfassung ein Traffic-Minus von fast 40 Prozent ergeben. „ Auf der Google-Oberfläche 'Google News' brach der Traffic um fast 80 Prozent ein“, hieß es. Ebenfalls hätten die vier Springer-Portale in den Rangfolgen der IVM und AGOF deutlich an Boden gegenüber Wettbewerbern verloren. Bezogen auf das Gesamtjahr hätten die Rückgänge einen finanziellen Schaden im siebenstelligen Bereich pro Portal bedeuten können. Der Verlag habe deshalb die Verwertungsgesellschaft VG Media beauftragt, Google auch für diese verbliebenen vier Titel eine Gratis-Lizenz zu erteilen. Damit hat Google Lizenzen für alle Online-Portale von Springer erhalten, wie eine Sprecherin des Verlags auf Anfrage von heise online mitteilte.

Die von der VG Media vertretenen Verlage hatten von Google unter Hinweis auf das Leistungsschutzrecht Lizenzzahlungen für die Anzeige von Vorschaubildern und Textanrissen verlangt. Google kündigte nach einer Klage der Verlegerseite an, ab dem 23. Oktober nur noch Überschriften anzuzeigen. Kurz davor erteilten die meisten VG-Media-Verlage dem Internet-Konzern eine widerrufliche Einwilligung zur Gratis-Anzeige der Inhalte, so hatte etwa Springer eine Erlaubnis für bild.de gegeben. Die Verlage warfen Google allerdings weiter den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung vor.

Doch abgesehen von den Streit mit Google erweist sich das Online-Geschäft als Wachstumsmotor für den deutschen Medienkonzern. In den ersten neun Monaten dieses Jahres legte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 Prozent auf rund 2,177 Milliarden Euro zu. Dabei lag der Anteil der digitalen Erlöse bei mehr als 52 Prozent, wie Springer mitteilte.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen(EBITDA) verbesserte sich um 8,1 Prozent auf 363,9 Millionen Euro. Axel Springer mache gute Fortschritte auf dem Weg zum führenden digitalen Verlag, sagte Vorstandschef Mathias Döpfner.

„Das ist vielleicht der erfolgreichste Misserfolg, den wir je hatten. So traurig es ist, aber wir wissen jetzt sehr präzise, wie massiv die Folgen der Diskriminierung sind, wie sich die Marktmacht von Google tatsächlich auswirkt und wie Google jeden bestraft, der ein Recht wahrnimmt, das der Deutsche Bundestag ihm eingeräumt hat“, erklärte Döpfner. (Mit Material der dpa) / (axk)

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