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Stampit hat ausgestempelt

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Schon vor etlichen Monaten hatte die Deutsche Post das Aus für ihre Frankierungssoftware Stampit angekündigt. Nach genau zehn Jahren Betrieb sollten am 1. Oktober die Lichter ausgehen; mit ein paar Tagen Verzögerung (gestern war die Stampit-Frankierung nach Leserangaben noch möglich) ist es nun soweit. Die Software, deren "Business"-Version 83,50 Euro kostete, ist nun wertlos geworden.

Schon seit geraumer Zeit hatte die Post die Windows-Anwendung nicht mehr weiterentwickelt. Nachdem zum 1. Juli 2010 einige Portoarten umsatzsteuerpflichtig wurden (Nachnahme, Infopost, Presse/Buch international und Pakete ab 20 kg), ließen sich die Marken dafür nicht mehr mit Stampit erzeugen.

Die Post verweist ihre Kunden auf die Alternativen E-Porto und Internetmarke. Die Online-Anwendung Internetmarke, die sich in allen gängigen Browsern benutzen lässt, löste das vor zwei Jahren eingestellte "Stampit Web" ab. Anders als bei Stampit ist für jeden Adressteil bis hinunter zur Hausnummer ein eigenes Feld vorgesehen, sodass Copy und Paste sehr mühsam wird; auch dass die Nutzer-Session der Internetmarke nach etwa zehn Minuten abgebrochen wird, spricht eher für den Gelegenheitsanwender als Zielgruppe.

Beim E-Porto handelt es sich um ein kostenloses Plug-in für Microsoft Word (2003 oder höher), das die Adressdaten an den Internetmarke-Dienst weiterleitet. Für Geschäftskunden, die MS Office nicht in ihre Abläufe integriert haben, bleibt wohl nur die Anschaffung einer Frankiermaschine (laut Post lohnt sich das ab etwa 10 Sendungen pro Tag) oder die Rückkehr zur Standard-Briefmarke.

Update: Die Post erkennt keine Rechtspflicht an, den Kaufpreis für die Stampit-Software zurückzuerstatten. Kunden können allerdings auf eine Kulanzregelung drängen. (heb)

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