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Standardisierungsprojekt für möglichen H.264-Nachfolger gestartet [Update]

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Das gemeinsame Standardisierungsteam der ITU und ISO/IEC, das Joint Collaborative Team on Video Coding (JCT-VC), hat am 23. April ein erstes "Test Model under Consideration" für den kommenden Videostandard High Efficiency Video Coding (HEVC) definiert. Ziel der Entwicklung von HEVC ist eine mittlere Effizienzsteigerung von 50 Prozent gegenüber H.264. Ob diese erreicht werden kann, muss die weitere Entwicklung zeigen. Der mögliche Nachfolgestandard für H.264 soll bis Herbst 2012 fertiggestellt werden.

[Update:] Vorausgegangen war ein Call for Proposals von der gemeinsamen Standardisierungsgruppe der Visual Coding Experts Group (VCEG) von der ITU-T und der ISO/IEC Moving Picture Experts Group (MPEG). In das erste Testmodell sind sechs der eingereichten 27 Vorschläge eingeflossen [/Update], unter anderem der Vorschlag des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts, der durch geringe Komplexität und ein "revolutionäres Konzept" für die Entropiekodierung überzeugen konnte, wie das HHI mitteilte. Der "Probability Interval Partitioning Entropy" (PIPE) genannte Algorithmus dient zur verlustfreien Kompression und soll in etwa die Kodiereffizienz der bei H.264 genutzten arithmetischen Kodierung CABAC (Context Adaptive Binary Arithmetic Coding) erreichen, dies jedoch bei einer der klassischen Huffman-Kodierung vergleichbaren Komplexitätsniveau. PIPE ließe sich im Unterschied zu der arithmetischen Entropiekodierung somit auch auf ressourcenschwachen Geräten wie Smartphones nutzen.

Gegenwärtig soll das erste Testmodell von HEVC bei gleicher visueller Qualität wie H.264 etwa 30 Prozent Datenrate einsparen.

Man darf gespannt sein, ob HEVC an den überragenden Erfolg von H.264 anknüpfen kann. H.264 kommt in allen Bereichen der Videonutzung zum Einsatz – vom Mobiltelefon bis hin zu HDTV und neuerdings 3DTV (hier in der Variante MVC, Multiple View Coding). Laut HHI unterstützen laut Schätzungen momentan rund eine Milliarde Endgeräte MPEG-4 AVC (H.264). (vza)