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Star Citizen: Entwickler verkaufen nicht existentes, virtuelles Bauland für 50 US-Dollar

Hört sich wie ein schlechter Scherz an, ist aber keiner: Spieler können jetzt virtuelle Gutscheine für nicht existierendes virtuelles Land auf nicht existierenden virtuellen Planeten kaufen. In einem Spiel, das seit Jahren in einer ewigen Alpha steckt.

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Star Citizen: Entwickler verkaufen nicht existentes, virtuelles Bauland für 50 Dollar

Ein virtuelles Zertifikat für die Option an virtuellem Bauland, das bisher nicht einmal virtuell existiert.

(Bild: MeriStation )

Fans des ambitionierten Crowdfunding-Projektes Star Citizen haben jetzt eine weitere Möglichkeit, den Entwicklern Geld zu geben. Cloud Imperium Games (CIG), die Entwicklerfirma hinter der notorisch verspäteten Weltraum-Simulation verkauft nun 50- und 100-Dollar-Gutscheine für virtuelles Land. Wer 50 US-Dollar für ein 4-mal-4-Kilometer großes Stück virtuelles Bauland ausgibt, sollte allerdings beachten, dass er nicht das virtuelle Land kauft, sondern nur die Option, irgendwann einmal virtuelles Land zu besiedeln. Weder die virtuellen Grundstücke noch die virtuellen Planeten, auf denen diese sich befinden, existieren zum jetzigen Zeitpunkt.

Böse Zungen behaupten, dass nicht mal das Spiel, in das die virtuellen Planeten später eingebaut werden sollen, existiert. Chris Roberts hat bisher 168 Millionen US-Dollar mit Spenden und dem Verkauf virtueller Schiffspakete verdient, Star Citizen hat nach jahrelanger Entwicklung den Status einer frühen Alpha allerdings nicht überschritten. Zwar kann man diverse Schiffe ausprobieren, ein paar Missionen fliegen und auf Himmelskörpern in einem sehr begrenzten Sonnensystem landen, ein vollwertiges Spiel ist das aber wohl noch nicht.

Geht es nach Chris Roberts, soll das Besiedeln fremder virtueller Welten einmal so (oder so ähnlich) aussehen.

(Bild:  Roberts Space Industries )

Laut CIG haben die Käufer der Landoptionen keine Vorteile gegenüber Spielern, die ihr Land später mit In-Game-Währung kaufen oder erspielen. Da Bauland in dem Spiel bisher nicht existiert, können sie sich keine Plätze sichern. Sie kaufen lediglich einen Gutschein, um später Land mit einem Claim-Marker abstecken zu können. Dafür müssen die Entwickler allerdings erst mal die entsprechende Technik in das Spiel einbauen, die es Spielern erlaubt, eigene Gebäude auf Planeten errichten zu können. Außerdem verhindert ein Claim-Marker nicht, dass andere Spieler dort siedeln. Er macht es nur innerhalb der Grenzen des United Empire of Earth (UEE) illegal. Später soll es in Star Citizen sichere und gesetzlose Gegenden im Weltraum geben, wie das etwa beim Weltraum-MMO EVE Online der Fall ist.

Warum die Entwickler gerade jetzt virtuelle Land-Gutscheine verkaufen, wo eine Debatte über In-App-Abzocke und Loot-Boxen seit Wochen die Spielegemeinde erschüttert, ist nur schwer nachvollziehbar. Nachdem EA mit Loot-Boxen in Star Wars Battlefront II in Ungnade gefallen war, richten viele Spieler den Fokus in Kunden-Bewertungen und Kommentaren auf andere Methoden, mit Spielen Geld zu verdienen, die sie als unfair empfinden. Star Citizen war in der Vergangenheit immer wieder ins Gerede gekommen, da Chris Roberts und Konsorten ihr Projekt unter anderem mit dem Verkauf von nicht existenten Konzept-Schiffen für ein unfertiges Spiel finanzieren. Der Verkauf von virtuellen Land-Optionen wird dementsprechend von vielen Beobachtern noch kritischer gesehen.

Die Entwickler betonen, dass der Kauf der Landgutscheine rein freiwillig sei. Es sei an Angebot an Spieler, die das Crowdfunding-Projekt weiter monetär unterstützen wollten. Ob das angesichts von 168 bereits erwirtschafteten Millionen allerdings nötig ist, sei dahingestellt. Rein äußerlich wirkt es wie ein dreister Versuch, eine Spielergemeinde, die leicht zu begeistern ist und bereits sehr großzügig für das Projekt gespendet hat, weiter zur Kasse zu bitten. Wer weiß schließlich, ob das fragliche virtuelle Land je existieren wird. Oder ob das Spiel, in dem es existiert, dann schlussendlich spielenswert ist. Laut Crowdfunding-Forschern machen die Entwickler und Business-Experten rund um Roberts aber bisher alles richtig. (fab)

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