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Technology Review

"Star-Trek"-Medizintechnik im Anflug

US-Wissenschaftler basteln an Tricordern, die verschiedene Krankheiten diagnostizieren können sollen.

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"Star Trek"-Medizintechnik im Anflug

George, Basil und Gus Harris (v.l.) könnten sich beim Raumschiff Enterprise als Bordarzt bewerben.

(Bild: XPrize)

Der erste Schritt zur Erfindung eines Tricorders à la "Raumschiff Enterprise" ist getan: Die gemeinnützige XPrize Foundation hat die Gewinner eines ersten Wettbewerbs gekürt, in dem es um die Entwicklung eines universellen Diagnostikgeräts ging. Die Aufgabe bestand darin, eine tragbare Hardware zu entwickeln, die fünf Vitaldaten messen und zwölf Krankheiten diagnostizieren kann, berichtet Technology Review in seiner Juni-Ausgabe ("Tricorder aus dem Baumarkt"), die ab dieser Woche am Kiosk oder online erhältlich ist.

TR 6/2017

Das Gerät muss weniger als 2,3 Kilogramm wiegen und von Laien zu bedienen sein. Die US-Stiftung hatte den Wettbewerb 2012 ausgerufen. Ursprünglich sollte der Gewinner bereits 2016 feststehen. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Schwierigkeiten größer waren als erwartet. Die Anforderungen wurden teilweise gesenkt, die Siegerehrung mehrmals verschoben.

In die Schlussrunde kamen sieben Finalisten. Ausschlaggebend für den Gesamtsieg war die diagnostische Genauigkeit. Hier lag DxtER (gesprochen "Dexter") des US-Start-ups Final Frontier Medical Devices vorn. Gegründet hatte es der Notarzt Basil Harris mit seinen Brüdern. Ihm war bei seiner Arbeit aufgefallen, dass viele Menschen wegen Bagatellen in die Notaufnahme kamen, weil sie keinen Zugang zu Hausärzten hatten. Zudem störte es ihn, wie mühselig es war, die Daten dieser Patienten zu erheben. Anfangs haben die Brüder nach Feierabend an dem Tricorder gebastelt. Mittlerweile ist ihr Team auf sieben Spezialisten angewachsen.

Das grundsätzliche Ziel der Geräte ist eine bessere Gesundheitsversorgung für Menschen ohne Zugang zu medizinischen Einrichtungen. Eines der Start-ups, die beim Wettbewerb mitmachten, Dynamical Biomarkers, überlegt, ihren sogenannten DeepQ in abgelegenen chinesischen Dörfern zu testen, in denen ausgebildete Ärzte rar sind. Bei DxtER gibt es konkrete Pläne für einen Einsatz in Mosambik.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

(bsc)

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