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Star Wars aus Deutschland: Hochenergielaser von Rheinmetall

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Laser-Waffen sind in Science-Fiction-Filmen zumeist ein alltägliches Werkzeug. Die Technik spielt inzwischen jedoch auch außerhalb Hollywoods eine Rolle - Rheinmetall testet erfolgreich einen Hochenergielaser (HEL). Die Anlage besteht aus einer 30-kW-Waffenstation mit einem Feuerleitgerät und einer zuschaltbaren 20-kW-Waffenstation.

In einem ersten Versuch zerschnitt die Waffe einen massiven Stahlträger von 15 Millimetern Stärke in einer Entfernung von 1000 Metern. Die nächste Aufgabe bestand im Erfassen und Abschuss mehrerer Drohnen. In einer Entfernung von 3 Kilometern bemerkte die Waffe die Unmanned Aerial Vehicle (UAV) und zerstörte sie in einer Distanz von 2000 Metern.

Noch experimentell: 30-kW-Laser mit Feuerleitgerät und zuschaltbare 20-kW-Waffenstation.

(Bild: Rheinmetall)

Als dritte Aufgabe sah sich die experimentelle Anlage mit ballistisch verschossenen Kleinstzielen konfrontiert. Die verwendeten Mörsergranaten von 82mm Durchmesser und einer Geschwindigkeit von 50 m/sec erfasste und zerstörte die Waffe ebenfalls erfolgreich. Die Versuche fanden in der Schweiz im November statt, das Unternehmen will so beweisen, dass die Technologie auch unter schwierigen Witterungsbedingungen funktioniert.

Der Versuchsaufbau entspricht durchaus praktischen Szenarien: Im Einsatz zerstören herkömmliche C-RAM-Systeme (Counter Rocket, Artillery, and Mortar) anfliegende Projektile noch im Flug. Auch für die Luftverteidigung und asymmetrische Kriegsführung seien HEL-Waffen angedacht. Das Rüstungsunternehmen will in diesem Jahr die Leistung des Systems auf 60 kW steigern und denkt über potentielle 100-kW-Waffen nach.

Während die Anlage von Rheinmetall noch experimentell ist, setzt die US-Armee bereits das ZEUS-System ein. Im Irak und Afghanistan zerstört der 10-kW-Laser Landminen und Blindgänger auf einer Entfernung von 25 bis 300 Metern. (fo)