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Technology Review

Weltweite Bild-Datenbank zu exakten Positionsbestimmung

Technik wie Augmented Reality oder autonome Autos benötigen höchst genaue Standort-Angaben. Ein Londoner Unternehmen will die Infrastruktur dafür schaffen.

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Viele zukünftige Technik ist auf exakte Angaben zum Standort von Nutzern und Geräten angewiesen. Das Londoner Start-up Scape will diese Infrastruktur mit Hilfe einer riesigen Foto-Datenbank realisieren. Der visuelle Positionierungsdienst des Unternehmens hat laut seinem Mitgründer Edward Miller bereits mehr als 2 Milliarden Straßenbilder gesammelt und präzise 3D-Karten von mehr als 100 Städten weltweit erstellt, darunter London, San Francisco, Paris, Moskau und Tokio. Einige der Daten stammen von Scape-Beschäftigten, die auf Fahrrädern mit Kameras Städte durchkreuzt haben, aber die Plattform kann Bilder aus jeder Quelle verarbeiten. Das berichtet Technology Review online in „Ultragenaue Ortsbestimmung mit Kamera-Bildern“.

Bei der Nutzung extrahieren die Algorithmen von Scape aus jedem Bild die „points of interest“ (wie Straßenschilder, Schaufenster oder Laternen) und vergleichen sie mit den anderen Einträgen dazu in der riesigen Datenbank. Mit Hilfe von Triangulation bestimmt das System dann Winkel und Entfernung der einzelnen Aufnahmen und meldet den exakten Standort an den Nutzer zurück. Derartige Genauigkeit erlaubt beispielsweise eine bessere Positionierung von Augmented-Reality-Informationen in der realen Welt, als es mit GPS oder anderer Technik möglich wäre.

Mit seinem Positionierungsdienst will Scape zu einer grundlegenden Infrastruktur werden, auf deren Basis autonome Autos, Roboter und Dienste im Bereich Augmented Reality funktionieren. „Unser letztliches Ziel ist eine 1-zu-1-Karte der Welt, auf der alles enthalten ist“, sagt Miller, „wir wollen so unsichtbar werden, wie es GPS heute ist.“ Anders als andere Anbieter setzt Scape dabei ausschließlich auf Kameras arbeitet, die deutlich billiger sind als Lidar und andere Laser-Technik.

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(sma)