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Start-up plant flüssige Biopsien zur Tumorerkennung

Mit einfachen Bluttests sollen sich Krebszellen künftig ohne Eingriff nachweisen lassen. Das Start-up eines Ex-Google-Managers will das möglich machen.

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Start-up plant flüssige Biopsien zur Tumorerkennung

Die junge Firma Grail arbeitet an sogenannten flüssigen Biopsien, die die Tumorerkennung vereinfachen sollen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Google-Manager leitet Firma für DNA-Tests gegen Krebs"). Chef von Grail ist Jeff Huber, ein ehemaliger leitender Manager beim Suchriesen Google. Seine Mission ist persönlicher Natur: Er verlor erst im November seine Frau Laura, die an Darmkrebs starb. "Das ist ein wichtiger Grund dafür, dass ich die Sache jetzt anfange", so Huber in einem Interview.

Das Start-up wurde im November vom DNA-Sequenzierungsgiganten Illumina aus der Taufe gehoben – in Verbindung mit Arch Venture Partners, Sutter Hill, Microsoft-Gründer Bill Gates und Amazon-Chef Jeff Bezos. 100 Millionen US-Dollar wurden investiert.

Bei Google leitete Grail-Boss Huber einst den wichtigen Bereich Maps und Commerce und berichtete direkt an Konzernchef Larry Page. 2013 verließ er diesen Posten und landete schließlich bei Google X, dem Forschungsarm des Konzerns.

Die Tumorart, die Hubers Frau auf dem Gewissen hat, der Darmkrebs, scheint sich für die flüssige Biopsie besonders gut zu eignen. 2014 führten Forscher an der Johns Hopkins University sie bereits an 1000 Krebspatienten durch. Von 15 Krebsarten, die überprüft wurden, war keine einfacher zu erkennen. Das heißt: Hätte es solche Tests gegeben, hätte das das Leben von Hubers Frau vielleicht retten können.

Huber hat bei Grail aber eine wichtige Aufgabe: Er muss den Hype um die neue Technik managen. Noch ist nämlich nicht bewiesen, dass sie Patienten wirklich hilft. Konkurrenten von Grail mussten sich bereits mediale Kritik gefallen lassen. Die flüssige Biopsie soll mindestens einmal im Jahr durchgeführt werden – als Teil des regulären medizinischen Checkups.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

(bsc)

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