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Startup-Inkubator Rocket Internet der Samwer-Brüder will an die Börse

Rocket Internet bringt vor allem Internet-Startups auf den Weg, unter anderem gehört Zalando dazu. Der Firma wird oft vorgeworfen, lediglich US-Geschäftsmodelle zu kopieren.

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Mitarbeiter der Firma Rocket Internet GmbH arbeiten in Berlin am Firmensitz des Unternehmens in der Johannisstraße in Mitte.

(Bild: dpa, Jens Kalaene/Archiv)

Der Berliner Internet-Inkubator Rocket Internet plant einen Börsengang. Die Firma, unter deren Fittichen unter anderem der Online-Modehändler Zalando groß geworden ist, strebe einen Marktwert zwischen drei und fünf Milliarden Euro an, schrieb die Financial Times. Rocket Internet wollte den Bericht nicht kommentieren.

Das Unternehmen war 2007 von den Brüdern Marc, Oliver und Alexander Samwer gegründet worden. Es ist hauptsächlich ein sogenannter Internet-Inkubator, der Startups auf den Weg bringt. Das Geschäftsmodell ist es dabei, Internet-Unternehmen zu entwickeln und anschließend an die Börse zu bringen oder zu verkaufen. Die Palette bei Rocket Internet reicht von Online-Handel mit Firmen wie home24 oder Glossybox bis zu Finanzdienstleistern wie den Kredit-Vermittlern Lendico oder Zencap.

Aktuell gehören zu Rocket Internet rund 70 Unternehmen, die rund um die Welt verteilt sind. Der Firma oft vorgeworfen, Geschäftsmodelle aus dem Silicon Valley zu kopieren. Die Berliner entgegnen, neben einer Idee gehöre die richtige Umsetzung zum Erfolg. Rocket Internet stellt dabei auch seine Technik-Plattform heraus, mit der man schnell wachsende Online-Marktplätze und Bezahlsysteme auch in Lateinamerika, Afrika und Asien habe starten können, die von den großen Namen der Branche meist ignoriert würden.

Die Samwer-Brüder hatten Ende der 90er-Jahre nach dem Vorbild von eBay die Internet-Plattform alando.de gegründet und diese später an eBay verkauft. Mit dem Geld, das sie später durch den Verkauf des Klingelton-Anbieters Jamba an VeriSign im Jahr 2004 erlösten, starteten sie Rocket Internet.

Laut Financial Times und der Finanznachrichtenagentur Bloomberg wurden bereits mehrere Investmentbanken für die Prüfung eines Börsengangs von Rocket Internet engagiert. Man kommentiere keine Spekulationen, sagte ein Firmensprecher laut dpa. Rocket Internet konzentriere sich auf das Tagesgeschäft. Ein führender Anteilseigner bei der Startup-Schmiede ist die schwedische Investmentfirma Kinnevik. Sie ist auch größter Aktionär bei Zalando, wo es ebenfalls Spekulationen über Börsenpläne gibt. (jk)