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Startups wollen "Internet ohne PC" pushen

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Das "mobile Netz" ist das Thema Nummer Eins auf der CeBIT. Auf der Hype-Welle wollen nun auch eine Reihe von Startups schwimmen, die mit der "zweiten" Netzgeneration groß zu werden versuchen. "Das Internet wird in Deutschland noch viel zu sehr mit dem PC verbunden", ärgert sich Oliver Samwer, Vorstand der sich als Wireless-Portal positionierenden Jamba AG. Das sei in Ländern wie Japan dank i-mode bereits anders, wo ein Großteil der Nutzer E-Mails und Webdienste übers Handy abrufe. Die Japaner sind damit zukunftsweisend, glaubt Samwer, demzufolge das Internet die Menschen bald "wie Luft" umgeben wird. Zugangsgeräte könnten dabei neben Smart Phones auch Gameboys, Krawatten, Webpads oder sogar Überraschungseier sein. Die meisten seien noch gar nicht erfunden.

Mit elf Thesen will die Initiative Internet ohne PC, zu deren Gründungsmitgliedern neben Jamba auch Aventeon, filants, Clarity, space2go und Xcelerate gehören, die Verbraucher daran gewöhnen, dass sie bald auch über "Internet-Appliances" Geld ausgeben können. Letztlich stehen dahinter allgemein bekannte Grundsätze: der PC werde in den Hintergrund treten, das Handy werde multifunktional, das Internet individuell und "aktiv", verkünden die Selbstvermarktung groß schreibenden Gründer. Zu ihren Thesen gehören außerdem Weisheiten wie die Feststellung, dass man über die mobilen Netzgeräte auch bezahlen kann und dass Privatwirtschaft und Staat gemeinsam für Sicherheit im drahtlosen Internet sorgen müssen.

Nicht ganz einig sind sich die beteiligten Startups, welche Anwendungen im mobilen Netz am meisten genutzt werden. Während space2go, ein Anbieter von mobilen Office-Lösungen wie Terminkalender und Adressbüchern, die persönlichen Daten ins Internet wandern sieht, sieht Samwer Entertainment-Dienste als den großen Wachstumsmarkt. Das Abrufen von Witzen, Horoskopen und Klingeltönen mache heute bereits 30 Prozent des über Internet-fähige Handys getätigten Umsatz aus. Jamba selbst testet mit 16 Jugendlichen aus der "M-Generation" einen "Friends-Locator", über den sich Gruppen von Freunden nach dem Motto "Wo kauft mein Freund heute ein" über ihren Aufenthaltsort auf dem Laufenden halten können. Die ewige Suche nach der "Killer-Applikation" fürs Netz der Zukunft hält Samwer allerdings für reinen "Schwachsinn", da sich vielfältige Nutzungen durchsetzen würden. (Stefan Krempl)/ (cp)