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"Statistisch gesehen": Atomenergie in Deutschland

Vor 50 Jahren ging das erste kommerzielle Atomkraftwerk Deutschlands ans Netz. Im Jahr 2022 soll der letzte Reaktor stillgelegt werden. Störfälle und Atomkatastrophen haben den Ausstieg aus der Atomenergie zumindest in der BRD herbeigeführt.

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"Statistisch gesehen": Kernenergie in Deutschland

Heute vor 50 Jahren in ging in Gundremmingen das erste kommerzielle Groß-Kernkraftwerk (KKW) Deutschlands ans Netz. Der Block A genannte Meiler – später sollten noch zwei weitere Reaktoren am Standort gebaut werden – war ein Siedewasserreaktor mit einer Leistung von 237 Megawatt. Das KKW lieferte nur wenige Jahre Strom. 1977 führte ein schwerer Störfall zur Stilllegung von Block A. Von einem Ende der Atomkraft in Deutschland war damals aber noch lange keine Rede.

Anfang der 90er Jahre waren fast 30 Prozent des erzeugten Stroms atomaren Ursprungs. Erst die Katastrophe von Fukushima motivierte die Bundesregierung zum Ausstieg aus der Atomenergie. Aktuell tragen die verbliebenen acht Reaktoren noch rund 13 Prozent zur Bruttostromerzeugung bei. Der letzte Reaktor soll spätestens Ende 2022 vom Netz gehen. Das atomare Erbe wird die Bundesrepublik hingegen noch deutlich länger beschäftigen.

Bis Ende 2015 habe deutsche KKW über 15.000 Tonnen abgebrannte Brennelemente produziert. Hinzu kommt jede Menge strahlendes Material, das beim Rückbau der Reaktoren anfallen wird. Dieser Atommüll wird auch in Jahrmillionen noch eine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen. Andernorts zeigen sich Regierungen und Stromerzeuger von diesen Problematiken wenig beeindruckt. Allein in unserer unmittelbaren Nachbarschaft finden sich elf KKW mit 23 betriebsfähigen Reaktoren. Weltweit sind laut Angaben der World Nuclear Association 164 Meiler im Bau und weitere 350 in Planung.
In Zusammenarbeit mit Statista ist diese Infografik zum Thema entstanden:

(Bild: heise online/ Statista)

(Mathias Brandt) / (kbe)

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