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"Statistisch gesehen": Das Smartphone frisst die Digitalkamera

2007 kauften die Verbraucher in Deutschland noch acht Millionen Digitalkameras, 2016 werden es deutlich weniger sein. Längst ist das Smartphone der wichtigste Fotoapparat, wie die Infografik von heise online und Statista zeigt.

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"Statistisch gesehen":

Als 2007 Apples iPhone als Wegbereiter des modernen Mobiltelefons mit Touchscreen auf den Markt kam, verkauften sich Digitalkameras noch blendend. Allein in Deutschland kauften Verbraucher jährlich über acht Millionen Geräte, überwiegend digitale Kompaktkameras. Im vergangenen Jahr waren es dagegen nur noch rund 3,4 Millionen, wie die in Zusammenarbeit mit Statista entstandene Infografik zeigt. Für 2016 droht ein neuer Negativrekord: Zwischen Januar und Juni setzten die Hersteller hierzulande nur noch gerade einmal 1,2 Millionen Digitalkameras ab. Parallel zu diesem Niedergang läuft der ungebremste Siegeszug des Smartphones – von denen wurden allein im vierten Quartal des Vorjahres 7,7 Millionen verkauft.

Zwar werden aktuell so viele Fotos wie noch nie gemacht – der Photoindustrie-Verband geht von 1,138 Billionen Fotos weltweit allein für 2016 aus –, aber eben immer weniger mit klassischer Digitalkamera. Sehr eindrucksvoll belegt das eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Demnach fotografieren 44 Prozent der Befragten mehrmals täglich mit ihrem Smartphone. Wie es der US-Photograph Chase Jarvis auf den Punkt brachte: "The best camera is the one that’s with you".

Eine Nebenwirkung des Smartphone-Fotobooms: Immer mehr Bilder werden über Messenger und soziale Netzwerke geteilt. Jeden Tag laden die Nutzer inzwischen Milliarden Fotos ins Netz hoch. Allein über WhatsApp werden innerhalb von 24 Stunden 1,6 Milliarden Bilder verschickt.

[UPDATE: 21.09.2016, 13:20]

Eine falsche Zahlenangabe bei der Schätzung des Photoindustrie-Verbands wurde korrigiert.

(axk)

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