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"Statistisch gesehen": Gefährlicher Weltraumschrott

Um die Erde kreist jetzt schon eine Menge Weltraumschrott. Die Rückhol-Kosten sind hoch und werden bisher nicht in die allgemeinen Kosten für die Raumfahrt eingepreist. Gleichzeitig werden immer mehr Satelliten in die Umlaufbahn geschossen.

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Über 5250 Raketen hat die Menschheit laut Angaben der European Space Agency (ESA) bislang in die Umlaufbahn gebracht. Deren Überreste umkreisen in zunehmender Zahl den Planeten. Aktuell befinden sich laut einer ESA-Schätzung alleine 750.000 Schrottteile mit einer Größe von einem bis zehn Zentimetern im Orbit, wie Statista in einer Infografik zusammenfasst.

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Diese stellen für die Raumfahrt – sei es für die Weltraumstation ISS oder einen der über 1.400 aktiven Satelliten – aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Bei einem Tempo von 40.000 Kilometern pro Stunde können selbst kleine Metallteile einen Satelliten komplett zerstören. So eine Kollision kann im schlimmsten Fall eine Kettenreaktion auslösen, die immer neue Schrottteile produziert.

Und das Problem könnte bald ganz neue Dimensionen annehmen, weil die Zahl der Satelliten sprunghaft steigt. So beförderte kürzlich eine einzige indische Rakete 104 Satelliten ins All, davon 103 Mikrosatelliten. Unternehmen wie SpaceX oder OneWeb planen, Tausende solcher Satelliten in die Umlaufbahn zu bringen, um so die Erde flächendeckend mit Internet zu versorgen.

Gegen die damit einhergehende weitere Vermüllung des erdnahen Weltraums lässt sich bislang wenig unternehmen. Die Entsorgung jener Satelliten, die nicht von selbst zurück zur Erde fallen und dabei verglühen, wäre derzeit sehr teuer. Beispielsweise schätzen Forscher die Rückhol-Kosten für den 2012 ausgefallenen, acht Tonnen schweren ESA-Satelliten Envisat auf mehrere hundert Millionen Euro. Sollten die nicht aufgebracht werden, könnte der beim Sturz auf die Erde zur Gefahr werden.

(Bild: heise online/Statista)

(kbe)