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Statistisches Bundesamt legt Pilotstudie zur Internet-Nutzung vor

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes hatten zu Beginn des vergangenen Jahres rund 16 Millionen deutsche Haushalte einen Zugang zum Internet, was einem Anteil von 43 Prozent entspricht. Damit lag Deutschland etwas über dem EU-Durchschnitt von rund 40 Prozent, erreichte jedoch nicht den Verbreitungsgrad in den führenden EU-Ländern -- die Niederlande etwa mit 66 Prozent -- und blieb auch unter dem Niveau der USA und Kanadas, wo schon im Jahr 2001 jeder zweite Haushalt über einen Internetzugang verfügte.

Die Zahlen stammen aus zwei "EU-weit harmonisierten Pilotstudien" zur "Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologie in privaten Haushalten und in Unternehmen", die das Statistische Bundesamt in Zusammenarbeit mit den Statistischen Ämtern der Länder im Jahr 2002 durchgeführt hat. Basierend auf den hochgerechneten Angaben von cirka 5000 befragten privaten Haushalten und 6675 Unternehmen verschiedener Wirtschaftszweige in Deutschland seien erstmalig umfassende Daten zur Verbreitung und Nutzung von PC und Internet in Deutschland gewonnen worden, teilte das Bundesamt mit.

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Demnach nutzten vor allem Haushalte mit einem oder mehreren Kindern sowie Haushalte mit höherem monatlichem Nettoeinkommen einen PC sowie das Internet zu Hause. Rentnerhaushalte sowie Haushalte mit niedrigem Nettoeinkommen (weniger als 1300 Euro) besaßen eher selten einen Internetzugang. Insgesamt nutzten im ersten Quartal 2002 in Deutschland rund 34 Millionen Menschen das Internet, was 46 Prozent der Bevölkerung im Alter ab zehn Jahren entspricht. Der Anteil der Internet-Nutzer war bei Männern mit 52 Prozent um 11 Prozentpunkte höher als bei Frauen. In den jüngeren Jahrgängen fiel der Abstand zwischen den weiblichen und männlichen Internet-Nutzern geringer aus. Die 16- bis 24-Jährigen nutzten das Internet mit 77 Prozent am häufigsten. In der Gruppe der 55- bis 64-Jährigen waren lediglich 26 Prozent der Personen online.

Der überwiegende Teil der Nutzer sah im Internet vor allem ein Kommunikationsmittel (75 Prozent), eine wichtige Informationsquelle zu Produkten und Dienstleistungen (65 Prozent) sowie eine Wissensquelle für die allgemeine und berufliche Bildung (42 Prozent). Jeder zweite volljährige Internet-Nutzer kaufte online ein. Die höchsten durchschnittlichen Ausgaben entfielen auf die Produktgruppen Reisedienstleistungen (522 Euro je Online-Käufer), Elektronikartikel (einschließlich Video- und Fotokameras 285 Euro) sowie Computer-Hardware (259 Euro).

Bei den Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Handel und weiteren Dienstleistungsbereichen nutzten im vergangenen Jahr etwa 62 Prozent das Internet für ihre Geschäftsabläufe. Deutschland sei bei der Internet-Nutzung durch Unternehmen im europäischen Vergleich zwar nicht führend, das Niveau allerdings hoch und der Abstand zu den führenden Staaten nicht groß, so das Bundesamt.

Bestimmend für den Einsatz von Informationstechnologie in Unternehmen scheine weniger die Branche, in der das Unternehmen seinen wirtschaftlichen Schwerpunkt hat, als vielmehr seine Größe zu sein. So setzten praktisch alle Unternehmen mit 250 und mehr Beschäftigten durchgehend Computer im Geschäftsablauf ein. Bei den Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten waren es lediglich 68 Prozent. Ein ähnliches Bild ergab sich bei der Nutzung von Internet und E-Mail. Hier waren es bei den großen Unternehmen wiederum fast alle, bei den kleinen nur 58 beziehungsweise 55 Prozent, die Internet und E-Mail im Geschäftsablauf einsetzten.

Von den befragten Unternehmen verfügte fast ein Drittel über eine eigene Internet-Präsenz und zwar von den weitaus meisten für ihr Marketing. Der direkte Handel über das Internet hatte eine eher untergeordnete Bedeutung. Zwar hatten rund acht Prozent der Unternehmen Bestellungen über das Internet erhalten und rund 24 Prozent selbst über das Internet bestellt. Die über dieses Medium getätigten Umsätze und Aufwendungen waren mit jeweils etwa ein Prozent aber gering. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten (51 Prozent) in den befragten Wirtschaftszweigen arbeitete an einem Computer, 56 Prozent von ihnen hatten auf diesem Weg auch Zugang zum Internet. (pmz)

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