Menü

Statusbericht Internet: mehr Überwachung, mehr Datenschutz-Bewusstsein

Die Mozilla-Stiftung sieht in ihrem jährlichen "Internet Health Report" Anzeichen eines Stimmungswandels bei Datenschutz und der Sicht auf "Big Tech".

vorlesen Drucken Kommentare lesen 16 Beiträge

Mark Surman hat den Internet Health Report 2019 vorgestellt.

(Bild: Mozilla.org)

Datenschutz wird für immer mehr Internetnutzer ein wichtiges Thema. Darüber hinaus schwindet das Vertrauen in IT-Giganten. Das geht aus dem Internet Health Report hervor, den die Mozilla-Stiftung am Mittwoch veröffentlicht hat. Es ist der zweite Bericht nach dem Debüt 2018 und einem Prototyp von 2017. Auch für den Internet Health Report 2019 geben die gleichen fünf Fragen das Gerüst vor: Ist das Internet sicher? Wie offen ist es? Wer ist willkommen? Wer kann erfolgreich sein? Sowie: Wer kontrolliert es?

Die mit diesen Fragen verknüpften Themenfelder Datenschutz und Sicherheit, Dezentralisierung, Offenheit, Digitale Teilhabe und Digitale Bildung beleuchtet der Report durch Berichte, Statistiken, Fallstudien und Interviews. Schwerpunktartikel widmen sich den Themen Künstliche Intelligenz (KI), Online-Werbung und der Rolle von Städten bei der Technologiepolitik.

Mark Surman, der Leiter von Mozilla.org, macht eine wachsende Sensibilität der Nutzer über die Missstände im Internet aus: "Im vergangenen Jahr haben viele Menschen erkannt, dass die weitverbreitete, nach dem Laissez-faire-Prinzip erfolgende Weitergabe unserer persönlichen Daten zu einem großen Chaos geführt hat – ebenso wie das massive Wachstum und die Zentralisierung der Technologiebranche sowie der Missbrauch von Werbe-Anzeigen und sozialen Medien." Gelöst seien diese Probleme längst noch nicht, jedoch habe er den Eindruck, "als wären wir nun in einer neuen Ära, in der wir die Debatte, wie eine gesunde digitale Gesellschaft aussehen sollte, nachhaltiger führen können."

Weltweit wachse das Bedürfnis nach Datenschutz im Internet und schwinde das Vertrauen in die Technologie-Giganten – zwei Entwicklungen, welche die Autoren des Berichts positiv sehen. Andererseits aber sei staatliche Überwachung weiterhin auf dem Vormarsch und die Gefahr des Missbrauchs biometrischer Daten wachse. Voreingenommenheit Künstlicher Intelligenz werde zunehmend zum Problem, an dem man allerdings arbeite.

Der Bericht liegt derzeit nur in englischer Sprache vor. Übersetzungen ins Spanische, Französische und Deutsche sind in Arbeit. (vbr)