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Staubsauger als Wachhunde: Samsungs Traum vom umfassenden Smart Home

Auf dem Web Summit stellte Samsung seine Pläne für das Smart Home in 5 Jahren vor. Privatsphäre wird dort weitgehend abgeschafft.

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(Bild: heise online / Hartmut Gieselmann)

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2025 sollen die elektronischen Helfer im Smart Home nicht nur vernetzt, sondern in Komplettsystemen namens NEXT integriert sein – so zumindest die Vision des künftigen Zuhauses, die David Eun, Innovations-Chef von Samsung Electronics, auf dem Web Summit in Lissabon vorstellte.

Welche konkreten Auswirkungen das hat, erklärte Eun auf dem Web Summit anhand von drei Raumtypen: der Küche, dem Bad und dem Wohnzimmer.

In der Küche will Samsung den Kühlschrank, Herd und Ofen miteinander vernetzen. Der Kühlschrank von morgen ist nicht nur mit dem Internet verbunden, sondern würde selbsttätig Nahrungsmittel bestellen, um dem Anwender eine ausgewogene Ernährung zu bieten. Aus den passenden Zutaten würden der zugehörige smarte Herd und der intelligente Ofen die Rezepte aus dem Netz laden und dem Anwender die Zubereitung der Nahrung so einfach wie möglich machen.

Im Bad würden Sensoren in die Bodenfließen eingebaut. Seine Gesundheitsdaten könnte der Bewohner jeden Morgen vom Bad-Spiegel ablesen und gleich einen Termin mit dem Arzt vereinbaren, wenn etwas nicht stimmt. Im Wohnzimmer soll der Fernseher nicht nur Fußballspiele übertragen, sondern auch Freunde aus sozialen Netzwerken einblenden. Events könnten damit zuhause beobachtet werden.

Samsungs Staubsauger-Roboter würde künftig nicht nur den Dreck beseitigen, sondern die Räume wie ein elektronischer Wachhund mit Kameras überwachen.

Derartige Szenarios, in denen die Privatsphäre immer weiter zurückgedrängt wird, sehen andere Unternehmen durchaus kritisch. Ed Daniels, Chefstratege von Shell, malte in Lissabon drei düstere Zukunftsszenarien. In einer davon würden sich in den nächsten zehn Jahren immer mehr gesellschaftliche Gegenbewegungen entwickeln, die sich gegen die totale digitale Überwachung wehren.

Durch Häufung von Datenschutzskandalen würden populistische Bewegungen profitieren, die ihre nationalen Märkte gegenüber der Globalisierung weiter abschotten. Aktuelle Bewegungen wie Brexit oder die der Trump-Anhänger in den USA seien nur der Anfang. Um diese Entwicklung aufzuhalten, müssten Regierungen und Unternehmen künftig enger zusammenarbeiten, erklärte Daniels. (jk)