Menü

Steam: Abwertungskampagnen sollen nicht mehr in Bewertung einfließen

Review Bombings sollen sich auf Steam standardmäßig nicht mehr in die Gesamtbewertung eines Spiels auswirken. Nutzer haben die Wahl.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 199 Beiträge
Steam: Rewiew Bombings sollen nicht mehr in Bewertungen einfließen

(Bild: https://store.steampowered.com/app/286690/Metro_2033_Redux/)

Wenn wütende User Spiele abwerten, um Missfallen über Themen wie Kopierschutz oder Entwickler-Skandale zu äußern, bezeichnet man das als "Review Bombing". Gegen solche Negativ-Bewertungen, die oft nichts mit der eigentlichen Qualität eines Spiels zu tun haben, will Steam-Entwickler Valve nun stärker vorgehen. Review-Bombing-Beiträge sollen standardmäßig nicht mehr in die Nutzerbewertungen einfließen.

In einem Blog-Eintrag beschreibt Valve das Vorgehen. Demnach gibt es einen Algorithmus, der ungewöhnliche Review-Muster aufspüren soll. Schlägt er Alarm, macht sich Valve ein eigenes Bild zur Situation. Wenn das Team dann tatsächlich einen Fall von Review Bombing feststellt, werden alle Reviews in einem entsprechenden Zeitraum aus der Gesamtbewertung eines Spiels gestrichen. Das bedeutet, dass auch "legitime" Tests, die durch Zufall in eine Zeitspanne mit Review Bombings gefallen sind, nicht in die Bewertung einfließen. Es würde zu viel Zeit kosten, jeden Nutzer-Test einzeln zu überprüfen, schreibt Valve.

Die Reviews selbst bleiben aber zumindest sichtbar: "Sobald unser Team eine ungewöhnliche Aktivität als Review Bomb mit Themaverfehlung identifiziert hat, markieren wir den entsprechenden Zeitraum und benachrichtigen den Entwickler. Die Reviews aus diesem Zeitraum werden aus der Berechnung der Gesamtbewertung entfernt. Wie zuvor bleiben die eigentlichen Reviews dabei unberührt." Valve gibt Nutzern außerdem die Möglichkeit, als Bombing identifizierte Reviews weiterhin in die Gesamtbewertung einfließen zu lassen. In der Standardeinstellung ist das aber deaktiviert.

So soll es aussehen, wenn Review Bombings nicht in die Bewertung einfließen. Die betroffenen Nutzertests werden aber nicht gelöscht.

(Bild: Valve)

Valve klassifiziert auch solche Anstürme von Negativ-Reviews als Bombing, die mit dem Kopierschutz eines Spiels zusammenhängen. "Unsere Begründung ist, dass der 'allgemeine' Steam-Spieler sich nicht so viel Gedanken darüber macht. Daher sind Bewertungspunkte genauer, wenn sie diese Reviews nicht einbeziehen", schreibt das Unternehmen im Blog-Eintrag. Dass etwa Spiele mit dem umstrittenen Kopierschutzsystem Denuvo oft von Nutzern abgestraft werden, ist ein bekanntes Phänomen.

Viele Gamer schauen auf Nutzer-Tests, ob nun bei Steam, Metacritic oder auf anderen Plattformen. Gerade bei kleineren, unbekannten Spielen sind User-Tests auf Steam oft der einzige Indikator für die Qualität eines Titels. Review Bombings können das Bild eines Spiels aber verzerren. Das traf kürzlich zum Beispiel die Metro-Spiele: Der Entwickler hatte sich entschieden, den jüngsten Teil der Reihe nicht mehr auf Steam anzubieten. Einige erzürnte Gamer nahmen das zum Anlass, die früheren Metro-Titel auf Steam abzuwerten. Andere Gründe für Review Bombings waren in der Vergangenheit etwa kontroverse Äußerungen von Entwicklern oder Streit mit Youtubern. Mit der Qualität eines Titels hat das oft nur wenig zu tun. (dahe)