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Steganographie in der Disko: Trance-Musik mit versteckten Daten

Ein polnischer Forscher hat eine neue steganographische Methode entwickelt, die die Geschwindigkeit von Dancebeats nutzt.

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(Bild: possan / Flickr / cc-by-2.0)

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Steganographie, also das Verstecken von Botschaften in harmlos wirkenden Medien, kennt man zumeist aus dem Foto- oder Videobereich. Es geht aber auch mit Musik, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Steganographie in der Disko"). Das zeigt der Forscher Krzysztof Szczypiorski von der Technischen Universität Warschau in einer neuen Studie.

Er erfand eine neue Form der musikalischen Steganographie, die er spezifisch für elektronische Musik angepasst hat, die in Clubs der Partyinsel Ibiza laufen könnten. Szczypiorski verwendet den Beat der Musik der Balearen, indem er dessen Tempo variiert. So lassen sich Informationen codieren, ohne dass das ein menschlicher Zuhörer merken würde. Zur Modifizierung der Tracks nutzt der Forscher moderne Digital-Audio-Workstation-Programme, mit denen sich verschiedene Elemente einer Komposition manipulieren lassen. Beispielsweise ändern Diskjockeys so das Tempo verschiedener Tracks, um sie zu mischen.

Der verwendete Code entspricht Morsezeichen. Verlängerte Beats sind ein Dot, verkürzte ein Dash. Umgesetzt hat Szczypiorski sein Verfahren zunächst von Hand, mit der Digital Audio Workstation Logic Pro X von Apple. Eine zentrale Frage bei Szczypiorskis Forschung war, ob die Tempoveränderungen von menschlichen Zuhörern wahrgenommen werden, was die Botschaft verraten könnte. Dazu befragte der Wissenschaftler 20 Personen, die die Songs bei einer Open-Air-Sommerparty zu hören bekamen. 10 von ihnen hatten einen Hintergrund als Musiker. Ergebnis: Sind die Tempi nur um 2 Prozent verändert, hört man den Unterschied nicht. Szczypiorski will nun an einer Software arbeiten, mit der die Steganographie automatisiert werden kann – sowohl das Codieren als auch das Decodieren.

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