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Stephen Hawking warnt Menschheit vor selbstverschuldetem Untergang

Eindringlich warnt der Physiker Stephen Hawking vor den tödlichen Gefahren technischen Fortschritts, ob künstliche Intelligenz oder Gentechnik.

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Stephen Hawking

(Bild: dpa, Facundo Arrizabalaga)

Was ist die größte Gefahr für die Menschheit? Physiker Stephen Hawking glaubt: sie selbst. Eindringlich warnt der 74-jährige Brite seine Mitmenschen vor einem selbst verschuldeten Untergang. Ein Atomkrieg, die Erderwärmung, durch Gentechnik erzeugte Viren und Entwicklungen in Wissenschaft und Technologie gehörten zu den existenziellen Gefahren, sagt Hawking in einem Gespräch der bereits etablierten BBC-Vortragsreihe "The Reith Lectures".

Es ist nicht das erste Mal, dass der Astrophysiker mahnt und zugleich einen Ausweg aufzeigt. Das Risiko einer Katastrophe auf der Erde in einem bestimmten Jahr sei zwar gering, aber für die nächsten 1.000 oder 10.000 Jahre "beinahe Gewissheit", sagt Hawking. Seine Botschaft: "Bis dahin sollten wir uns ins All ausgebreitet haben und zu anderen Sternen, so dass ein Desaster auf der Erde nicht das Ende der Menschheit bedeuten würde." Da man in den kommenden 100 Jahren aber noch nicht so weit sein werde, müssten die Erdbewohner in dieser Zeit "sehr vorsichtig" sein.

Den Einfluss des Menschen auf seine Umwelt schätzen manche Forscher als so gewaltig ein, dass sie ein eigenes erdgeschichtliches Menschen-Zeitalter ausrufen wollen. Abgeleitet vom griechischen Wort ánthropos für Mensch prägte der Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen den Begriff Anthropozän. Offiziell ist die Bezeichnung noch nicht.

Auch vor den Gefahren künstlicher Intelligenz hat Hawkings bereits mehrmals gewarnt. Vom Menschen geschaffene Maschinen könnten eines Tages klüger werden als ihre Schöpfer – und eine Gefahr für den Fortbestand der Menschheit darstellen.

Zugleich wäre Hawking ohne modernste Medizin und Technik wohl nicht mehr am Leben. Zumindest wäre er nicht in der Lage, Vorträge zu halten. Die Nervenkrankheit ALS hat ihn fast komplett gelähmt. Er verständigt sich über einen Sprachcomputer, den er mit den Augen steuert. "Ich bin ein Optimist", versichert er seinen Zuhörern. Er glaube, dass die Menschheit die Gefahren erkennen und in den Griff kriegen könne.

Der erste Teil der Lectures wird am 26. Januar im BBC Radio 4 um 10 Uhr MEZ und im BBC World Service um 16:06 Uhr ausgestrahlt. Der zweite Teil folgt am 2. Februar. Die Folgen heißen: "Do black holes have no hair?" und "Black holes ain't as black as they are painted". (mit Material der dpa) / (kbe)

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