Menü

Steve Ballmer bedauert seine zehn letzten Microsoft-Jahre

Der ehemalige Microsoft-Chef sieht sein Unternehmen auf dem Mobilfunktmarkt zu schwach aufgestellt. Das wäre anders, wenn er die vergangenen zehn Jahre noch einmal wirken könne, sagte Steve Ballmer in Oxford.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 172 Beiträge
Von

Wenn er könnte, würde er die vergangenen zehn Jahre als Microsoft-Chef gerne wiederholen, sagte Steve Ballmer. In einer Fragestunde an der Saïd Business School im britischen Oxford sagte der Ex-CEO laut einem Bericht des Wall Street Journals: "Wir wären heute kräftiger auf dem Mobilmarkt positioniert, wenn ich die letzten zehn Jahre noch einmal wirken könnte." Vor diesem Hintergrund sei die anstehende Übernahme von Nokia für Microsoft sehr wichtig.

Nun komme es darauf an, die nächste Welle zu erwischen, sagte Ballmer. Zur Übernahme von WhatsApp durch Facebook mochte sich der frühere Unternehmenslenker nicht konkret äußern. Es sei fraglich, ob die 450 Millionen Nutzer jemals Umsatz generierten. Vernünftige Menschen wie Facebook-Gründer Mark Zuckerberg dachten dies und es gebe keinen Grund, daran zu zweifeln. Für ihn selbst waren die härtesten Entscheidungen als Chef, die richtigen Leute anzustellen – und zu feuern.

Steve Ballmer (7 Bilder)

Auf der TechEd 2005 zeigte Ballmer ein ThinkPad X41 von Lenovo.

Allgemein sieht Ballmer für die Informationstechnik eine wichtige Rolle in zwei Zukunftsgebieten: die nächste Milliarde Menschen an die Wirtschaft anzukoppeln und die Entwicklung in Bereichen wie dem Gesundheitswesen und der Bildung zu beschleunigen.

Ballmer war seit dem Jahr 2000 Microsoft-CEO und wurde Ende Januar dieses Jahres von Satya Nadella auf eigenen Wunsch abgelöst. Nun sitzt er wie sein Vorgänger Bill Gates im zehnköpfigen Aufsichtsrat des Unternehmens. Er halte derzeit 4 Prozent der Anteile an Microsoft, sagte Ballmer in Oxford. Er kümmere sich um seine Kinder, um sein Investment und um diejenigen der anderen Unternehmenseigner. Es gehe darum, ihnen mehr Geld zu beschaffen als sie erwarteten. Auf die Frage eines Studenten, wie es sich anfühle, mächtig und wohlhabend zu sein, sagte Ballmer, er habe sich nun zurückgezogen. "Ich kann auf jedem Golfplatz spielen, auf dem ich möchte."

Ballmer hatte seinen Rückzug vom CEO-Posten im August 2013 angekündigt. Seitdem hat er sich einige Male über seine Zeit als Microsoft-Chef geäußert. So bezeichnete er die Umstände des Projekts Longhorn als seinen größten Fehler. In einem letzten Brief an die Aktionäre meinte Ballmer, Microsofts beste Tage kämen noch. (anw)