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Steve Jobs will Apple führend im Umweltschutz machen

Apples Chef Steve Jobs verspricht "A Greener Apple" – und will damit Kritik von Umweltschützern am Einsatz von gefährlichen Chemikalien und mangelndem Recycling bei Apple-Produkten begegnen. Immer wieder haben etwa die Umweltschützer von Greenpeace Apple kritisiert: Zuletzt landete der iPod- und Mac-Hersteller im aktuellen Umweltranking der Organisation erneut auf dem letzten Platz. Auch mit Aktionen beispielsweise auf der MacExpo, die Apple gar nicht passten, wollte Greenpeace im vergangenen Jahr auf den "Umweltsünder Apple" aufmerksam machen.

Jobs nun zeigt sich leicht erstaunt über die Kritik. Bei der Untersuchung von Apples gegenwärtigem Vorgehen und des Fortschritts, den man beim Recycling und der Eliminierung gefährlicher Chemikalien mache, habe sich eines gezeigt: Apple liege in vielen dieser Bereiche vor den meisten Konkurrenten oder werde sie bald überholt haben. "Welche anderen Verbesserungen wir auch noch zu machen haben, eines ist klar: Wir haben darin versagt, die Dinge zu kommunizieren, in denen wir gut sind", meinte der Apple-Chef. Es sei bei Apple nicht üblich, die Pläne für die Zukunft herauszutrompeten, man rede lieber über die Dinge, die man bereits erreicht habe. Das habe aber Kunden, Aktionäre, Beschäftigte und die Industrie im Unklaren darüber gelassen, welche Wünsche und Pläne Apple verfolge, um "grüner zu werden".

Das will Jobs nun ändern und führt in seinem Text "A Greener Apple" nicht nur seiner Ansicht nach bereits erreichte Erfolge auf, sondern auch die Vorhaben, um mehr für den Umweltschutz zu erreichen. So zählt er etwa zu den Erfolgen, dass Apple überhaupt keine Röhrenmonitore mehr ausliefert – und damit das Blei in den Röhrenmonitoren in Apples Produktpalette eliminiert habe.

Arsen und Quecksilber in den LCDs will Apple möglichst schnell eliminieren. Quecksilber ist ein unverzichtbarer Bestandteil in Kaltkathodenstrahlern für die Hintergrundbeleuchtung von LC-Displays. Erst mit dem Ersatz der dünnen CCFL-Röhrchen durch kleine LEDs (Light Emitting Devices) oder andere Quecksilber-freie Leuchtstoffe wie organische Leuchtdioden (OLEDs) oder die von Osram vor einigen Jahren entwickelte Planon-Lichtkachel kann der gefährliche Giftstoff entfallen. In Umweltbestimmungen wird Quecksilber in CCFLs bislang zugelassen, da es bisher keine echte Alternative zu den Leuchtstoffröhrchen gab. So können LC-Displays beispielsweise das TCO-Zeichen tragen und RoHS-konform sein. Laut Jobs sind sämtliche Apple-Produkte RoHS-konform.

Noch 2007 will Apple Displays mit arsenfreien Gläsern auf den Markt bringen, bis Ende 2008 soll Arsen in keinem der Apple-Displays mehr zu finden sein; darüber hinaus möchte Apple durch die Einführung von LED-Hintergrundbeleuchtung bei LCDs den Einsatz von Quecksilber reduzieren. Auf lange Sicht soll auch Quecksilber komplett aus Apple-Displays verschwinden – wenn die Zulieferer in der Lage sind, auch große Displays mit LED-Hintergrundbeleuchtung zu liefern, verspricht Jobs.

Außerdem hebt Jobs hervor, dass alle Apple-Produkte der EU-Richtiline 2002/95/EG "Restriction of Hazardous Substances" (RoHS) entsprechen. Zudem habe man in den Regionen, in denen 82 Prozent aller iPods und Macs verkauft würden, bereits Recycling-Programme installiert. Ende 2007 soll das auf 93 Prozent ausgedehnt werden. 2006 habe man auf das Gewicht bezogen 9,5 Prozent aller verkauften Apple-Produkte recyclet. Bis 2010 soll dieser Wert auf 30 Prozent steigen.

Steve Jobs verspricht, Apple werde nun in Zukunft über die Fortschritte informieren, die man beim Umweltschutz, beim Recycling und bei der Verbannung gefährlicher Chemikalien aus den Produkten mache. Auch neue Themen, die noch gar nicht so recht angesprochen worden seien, sollen künftig aufs Tapet kommen – dazu zählt Jobs etwa die Energieeffizienz der Produkte und den so genannten "Carbon-Footprint", die direkt und indirekt durch Apple-Produkte verursachte CO2-Belastung. "Apple ist bereits führend bei Innovation und Technik, und wir werden die gleichen Talente dafür einsetzen, führend beim Umweltschutz zuwerden", versichert Jobs.

Das freut auch die Umweltschützer: "Wir jubeln!", begrüßt Greenpeace die Anmerkungen und Ankündigungen des Apple-Chefs. Die Organisation hält ihre Kritik in einigen Punkten aber aufrecht, etwa was das Recycling in Ländern außerhalb der USA angeht. Und sie lobt die Apple-Kunden und -Fans. Sie hätten unter anderem durch Beteiligung an der Greenpeace-Kampagne dafür gesorgt, dass Apple das werde, was sie selbst von Apple wollten: eine umweltbewusstere Firma. Nun sei es an der Zeit, die nächste Stufe anzustreben: "An Apple green to the core". (uk/c't) /

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