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Stimmungstest Buchmesse: Klassiker verhalten - Onliner strahlen

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Gedämpfte Laune bei den klassischen Verlagen, Aufbruchsstimmung bei den Online-Publishern: Die Aussteller verabschieden sich mit gemischten Gefühlen von der Leipziger Buchmesse. Wie eine dpa-Umfrage am heutigen Sonntag zum Abschluss des viertägigen Branchentreffs ergab, blicken vor allem die E-Book-Verkäufer optimistisch in die Zukunft. In der traditionellen Buchbranche ist die Stimmung nach Umsatzverlusten 2011 dagegen durchwachsen.

"Die Stimmung in der Branche ist insgesamt nicht so gut. Was in der Branche passiert, spiegelt sich auch in der Messe", sagte Stephan Wirges, Vertriebsmanager bei Kiepenheuer & Witsch. Der Jahresstart sei für den Buchhandel und die Verlage extrem schlecht gelaufen. "Die Frage ist: Ist das eine strukturelle Krise oder waren es nur zwei schlechte Monate?", sagte Wirges.

"Es ist eine Messe ohne große Höhepunkte gewesen, aber keine fatalistische Messe. Die Geschäfte waren in Ordnung", sagte Gerd Püschel, Berliner Verlagsvertreter von Aufbau. Sebastian Scharf, stellvertretender Vertriebsleiter der Ullstein Buchverlage, lobte die entspannte Stimmung auf der Leipziger Buchmesse. Für Ullstein komme die Frühjahrsmesse zum richtigen Zeitpunkt, um die Trends aufzunehmen. "Für uns ist die Messe super gelaufen", sagte Scharf.

Vollends zufrieden zeigten sich jene der 2071 Aussteller, die auf das Geschäft mit E-Books setzen. Bislang liegt der Anteil der E-Books am gesamten deutschen Buchumsatz bei einem Prozent. "Bei uns könnte es momentan nicht besser laufen", sagte Sophie Schmidt, Marketing-Managerin bei der Self-Publishing-Plattform Epubli. Die Gespräche mit Autoren auf der Messe seien vielversprechend gelaufen. "Die Leute haben das Konzept an sich verstanden." Für viele Schriftsteller sei die Aussicht einer Veröffentlichung ohne die klassischen Marktbarrieren reizvoll.

Auch für die neugegründete Online-Bibliothek Skoobe habe sich der Messeauftritt gelohnt, sagte Geschäftsführer Christian Damke. Etliche Verlage hätten Interesse gezeigt, ihre Titel in die Bibliothek aufnehmen zu lassen. "Wir hoffen, dass wir bald einige Tausend neue Bücher anbieten können", sagte Damke. (hos)