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Stimmungswechsel auf der BlackBerry JAM

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Was ein Jahr für einen Unterschied macht. Vergangenes Jahr musste BlackBerry noch zwischen zwei Architekturen lavieren: Hier die alten Java-BlackBerrys, dort das PlayBook, das nicht so recht mit dem iPad konkurrieren kann. Nun ist die Story viel klarer. Zukünftig gibt es nur noch eine Plattform: BlackBerry 10. Eine Plattform, die von den Entwicklern als "cool" wahrgenommen wird. Die Tools für die Entwicklung sind zum größten Teil Open Source? Check. Entwickelt wird auf dem PC oder dem Mac? Check. HTML5, JavaScript, QML? Check, check, check. Auch das native Framework Cascades lässt sich mit QML und Javascript nutzen, Hardcore geht es mit C/C++ weiter. Auf der Blackberry JAM in Amsterdam tauchte sogar ein Developer auf, der Cascades mit Python nutzt: Pyscades.

Schaut man sich die BlackBerry World aktuell an, dann findet man dort weltweit rund 70.000 Apps. Täglich kommen etwa 1000 hinzu. 17.000 dieser Apps wurden von Android portiert oder einfach umgepackt für die BlackBerry World. 8000 Apps gehen auf das Konto des BlackBerry App Generator, einem Webangebot, mit dem man eigene Feeds zu einer App zusammenbacken kann. Das nutzen zum Beispiel einige Inhalteanbieter in England, wo BlackBerry-10-Geräte schon verfügbar sind. Der App Generator ist sehr simpel, so dass man seinen Content in wenigen Minuten verpacken kann. Das Backend erzeugt daraus eine App, die dann an BlackBerry übermittelt wird, dort signiert und in das Vendor Portal eingestellt wird. Der Produktionsprozess ist automatisiert, aber der Anbieter hat danach die gleiche Kontrolle wie bei einer selbst entwickelten App.

Interview mit Alec Saunders, VP Developer Relations bei BlackBerry. (Quelle: Volker Weber)

In Amsterdam sprach BlackBerry vor allem die Entwickler kommerzieller Apps und Spiele an. Für die Inhouse-Entwicklung für Enterprise-Kunden wird man ein anderes, voraussichtlich individuelleres Format finden. Die BES-Architektur erlaubt den Zugriff vom sicheren Business Perimeter ins Intranet des Unternehmens. Die Verbindung zwischen Endgerät und BES 10 ist verschlüsselt, der Datenverkehr wird komprimiert. BlackBerry stellt diese Verbindung sicher. Dieser Kanal dient nicht nur der Exchange-ActiveSync-Anbindung von Mail, Kalender und Kontakten, sondern auch den selbstentwickelten Enterprise-Apps oder Business-Anwendungen von SAP und anderen Anbietern.

BlackBerry macht einen sehr zuversichtlichen Eindruck, verlorengegangenen Boden zurückzugewinnen. Eine sichere Trennung von privaten und geschäftlichen Daten bietet aktuell kein anderes System. Die Nutzer der Endgeräte können sich darauf verlassen, dass ihr Enterprise-Admin die persönliche Nutzung weder einschränkt noch ruiniert. BlackBerry selbst hat sich nicht nur für die Anwender, sondern auch die Entwickler attraktiv gemacht. Mit dem Launch von BlackBerry 10 ändert sich nun das Spiel. Es reicht nicht mehr, ein großes Feuerwerk zu versprechen. Jetzt muss die Ladung auch zünden. (vbr)

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