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Stockende Warenlieferung bei Notebooksbilliger.de

Eine Software-Umstellung sorgt seit dem 1. November zu Problemen bei der Auslieferung beim Versandhändler. Auch das Callcenter ist überlastet.

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(Bild: notebooksbilliger.de)

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Seit knapp einer Woche erreichen uns vermehrt Beschwerden von Lesern, die bei dem Versandhändler notebooksbilliger.de Waren geordert hatten und nicht beliefert wurden. Im Kundenkonto auf der Webseite des Händlers seien die überwiegend per Vorkasse bezahlten Bestellungen als "Abgeschlossen" markiert, es fehlten aber jegliche Informationen zum Versand. Versuche vieler Kunden, über die Hotline Informationen zur Bestellung zu erhalten seien vielfach gescheitert, weil die Hotline nicht mehr erreichbar sei, berichteten uns Leser.

Probleme gäbe es aber auch bei Rücksendungen: So erwarte das Rücksende-Center von notebooksbilliger.de eine ausschließlich aus Zahlen bestehende Rechnungsnummer, tatsächlich setzten sich die vergebenen Rechnungsnummern beim neuen Warenwirtschaftssystem aber aus Buchstaben und Zahlen zusammen. In verschiedenen Foren war deshalb bereits das Gerücht aufgekommen, dass Deutschlands laut EHI Retail Institut fünftgrößter Versandhändler möglicherweise auf dem Weg in die Insolvenz sei. Andere verbreiteten die Falschaussage, das Unternehmen sei von "den Chinesen" übernommen worden.

Auf Nachfrage von c't wies Arnd von Wedemeyer, Mitgründer und Vorstand der Notebooksbilliger.de AG, diese Gerüchte aber vehement zurück: Dem Unternehmen gehe es bestens und Verkaufs- oder Übernahmepläne gäbe es nicht. Von Wedemeyer sprach offen über Probleme bei der Abwicklung einiger Bestellungen. Schuld daran sei die Umstellung des Warenwirtschaftssystems auf Navision. Diese liefe seit Freitag, den 25. Oktober. Nachdem zunächst alles reibungslos erschienen sei, habe man am Mittwoch festgestellt, dass es wohl Probleme bei der Zuordnung von Vorkassebestellungen gäbe. Zudem hätte das neue System auch bei versendeter Ware nicht mehr wie vorher üblich Versandbenachrichtigungen an die Kunden versendet. Das habe zu einer Überlastung des Callcenters geführt.

Man habe, so von Wedemeyer, die Folgen der Umstellung eindeutig unterschätzt und sicherlich auch falsch reagiert. So habe man zunächst darauf verzichtet, viel Energie in die Foren und Social-Media-Kanäle des Unternehmens zu stecken. Die vorhandenen Ressourcen hätte man vielmehr ins Callcenter gesteckt, um möglichst viele Kundenanfragen zu beantworten. Letztlich sei man dem Ansturm aber dann doch nicht gerecht geworden.

Aktuell gäbe es laut von Wedemeyer einen Rückstau von etwa 4500 Bestellungen. Diese würden nun zügig abgearbeitet. Eine weitere Folge der Systemumstellung hätte das Unternehmen völlig unerwartet getroffen: So seien im Online-Shop plötzlich wieder Komponenten aufgetaucht, die überhaupt nicht mehr lieferbar seien (EOL-Produkte). Kunden, die diese Angebote geordert haben, würde man nun per E-Mail kontaktieren.

Trotz der aufgetretenen Probleme sei die Umstellung des Warenwirtschaftssystems aber ein notwendiger und für das Unternehmen wichtiger Schritt gewesen, betonte von Wedemeyer. Er geht davon aus, dass die noch offenen Bestellungen in den nächsten Tagen abgearbeitet werden können. (gs)