Störungen beim Surround-Sound-Format DTS-HD offenbaren Probleme mit Audio-Chips

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Für die neuen HD-Disc-Formate Blu-ray Disc und HD DVD entwickelte das US-amerikanische Unternehmen DTS auch ein neues Surround-Sound-Format namens DTS-HD. Dieses nutzt den Kern (Core) des bekannten DTS-Formats, wodurch eine Abwärtskompatibilität erreicht wird, und fügt je nach Bedarf verschiedene Erweiterungen hinzu. So ermöglicht DTS-HD eine schonendere verlustbehaftete Komprimierung ("DTS-HD High Resolution Audio", kurz "DTS-HD HR") oder sogar eine verlustfreie Komprimierung ("DTS-HD Master Audio", kurz "DTS-HD MA") des Ausgangsmaterials. Doch nach der Markteinführung der HD-Disc-Formate blieb dies erst einmal graue Theorie: Zwar erschienen Scheiben mit entsprechenden Soundtracks, doch mangelte es sowohl an passenden Audio/Video-Receivern mit integrierten DTS-HD-Decodern als auch an Zuspielern, die den Bitstream über ihrem HDMI-1.3-Schnittstelle auch an einen solchen weiterreichen konnten.

Mittlerweile sind diese Geräte verfügbar, doch wich die Vorfreude schnell Ernüchterung: So berichten seit Anfang November Heimcineasten in einschlägigen Foren wie beisammen.de über laute Knallgeräusche bei der Wiedergabe von DTS-HD-MA-kodierten Soundtracks, die die Lautsprecher von Heimkinoanlagen beschädigen können. Das Problem tritt lediglich auf, wenn der Datenstrom via HDMI in einen A/V-Receiver geleitet und von diesem dekodiert wird, nicht bei der Wiedergabe des DTS-Cores.

Da die Störungen als erstes bei Blu-ray Discs von Concorde auffielen, ging man zunächst von einem Authoring-Problem des Studios aus. Nach einem Bericht von AreaDVD weist Concorde diese Darstellung mittlerweile allerdings deutlich zurück. So läge dem Studio die schriftliche Bestätigung von DTS vor, dass die Tonspuren einwandfrei kodiert seien. Tatsächlich seien die Knallgeräusche auf einen fehlerhaften DTS-Decoderchip zurückzuführen, womit sich auch erkläre, weshalb dieses Phänomen lediglich bei bestimmten Geräten auftrete.

Concorde schließt in seiner Erklärung mit dem Hinweis, dass DTS inzwischen reagiert und für zukünftige Produktionen ein Update für die Encoding-Software entwickelt habe. Da die Ursache für das Problem eindeutig auf der Hardware-Seite und nicht auf der Blu-ray Disc selbst zu finden sei, empfehle man den von dem Problem betroffenen Kunden, sich direkt an den Hardware-Hersteller zu wenden und die Discs vorerst (also bis ein Update der Geräte-Hersteller das Problem beseitigen konnte) nicht mehr über den HDMI-Ausgang abzuhören.

Laut AreaDVD ist auch bei die englische Tonspur der Blu-ray Disc "Master & Commander" aus dem Hause Fox von dem Problem betroffen, ebenso die HD DVD "Rambo" von Kinowelt. (nij)