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Straftaten im Internet rückläufig

Die Lage am "Tatort Internet" hat sich 2011 leicht entspannt: Strafverfolger erfassten im vergangenen Jahr 222.267 Delikte mit der Sonderkennung "Tatmittel Internet". Das ist ein Rückgang um knapp 10 Prozent gegenüber 2010. Diese Zahlen gehen aus der neuen Polizeilichen Kriminalstatistik 2011 (PDF-Datei) hervor, die Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) am Mittwoch in Berlin präsentiert hat. 75,5 Prozent davon sind Betrugsdelikte, dabei ging es hauptsächlich um gefälschte oder nicht gelieferte Waren.

Straftatenanteile

(Bild: bmi.bund.de)

Die Verbreitung pornografischer Schriften über das Internet ging erneut zurück, dieses Mal um 2,1 Prozent auf 5168 Fälle. Die Zahl der registrierten Taten sexuellen Kindesmissbrauchs stiegen um 4,9 Prozent auf 12.400 an. Als auffällig bezeichnen die Statistiker den Anstieg um 4,2 Prozent auf 10.427 Fälle, bei denen Daten ausgespäht und abgefangen wurden. Die Aufklärungsquote wurde für den Bereich Internet nicht bekannt gegeben.

Im Gegensatz zu "reinen" Internetdelikten ist die Computerkriminalität um 0,7 Prozent auf 84.981 erfasste Fälle angestiegen. Die Steigerung geht hauptsächlich auf ein Plus von 12,1 Prozent auf 7671 Fälle zurück, bei denen beweiserhebliche Daten gefälscht wurden und im Rechtsverkehr bei der Datenverarbeitung getäuscht wurde. Dazu kommt ein Plus von 84 Prozent auf 4644 Fälle der Datenveränderung und der Computersabotage einschließlich "Denial of Service"-Angriffen (DoS).

Als Untergruppe rechnergestützter Delikte wird die "IuK-Kriminalität" im engeren Sinne ausgewiesen, deren Tatbestandteil die Informations- und Kommunikationstechnik ist. Hier registrierte die Polizei 59.494 Vergehen, was einem leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Aufklärungsquote ist hier insgesamt um 3 Prozentpunkte auf 30 Prozent zurückgegangen, im Teilbereich "Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten" sogar um 6,2 Prozentpunkte auf 37,8 Prozent.

Einen Rückgang um 16,2 Prozent auf 7021 Fälle weisen Straftaten im Zusammenhang mit dem Urheberrecht auf – vor allem wegen eines "geänderten Anzeigeverhaltens der Musikindustrie". Insgesamt stieg die Zahl der bearbeiteten Straftaten laut der Statistik gegenüber dem Vorjahr geringfügig um einen Prozentpunkt auf 5,99 Millionen Delikte an. Parallel sank die Aufklärungsquote von 56 auf 54,7 Prozent. Die Zahl der Tatverdächtigen reduzierte sich um 1,9 Prozent auf 2,11 Millionen Personen. Friedrich sprach von einer "positiven Gesamttendenz". (Stefan Krempl) / (anw)

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