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Strato: Ursache des Domain-Ausfalls angeblich gefunden

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Sigram Schindler, Vorstandsvorsitzender der Strato-Muttergesellschaft Teles AG, äußerte sich gegenüber heise online zu den Details des massiven Ausfalls bei dem Web-Hoster. Bei dem von EMC benutzten hauseigenen UNIX-Derivat habe die Prüfung der Filesysteme per fschk versagt und einen de fakto defekten Speicher als funktionstüchtig ausgewiesen. Domains, die nach dem automatischen Speichertest daraufhin wieder in Betrieb genommen wurden, seien deshalb sofort wieder abgestürzt.

Um die defekten Speicherbereiche tatsächlich zu erkennen, müssten die File-Systeme nun manuell überprüft werden, erklärte Schindler. Von den insgesamt 34 File-Systemen waren nach seiner Aussage am heutigen Freitag bis 11.30 Uhr 22 wieder gemountet. Der Rest solle bis spätestens Montag wieder ins Netz gehen. Als Grund für die defekten Speichersysteme kommen nach Schindlers Aussage sowohl Hardware-Fehler als auch ein Virenangriff in Frage. Eine Überspannung – die bislang vermutete Ursache – bezeichnete er als "wilde Theorie".

Ein Firmensprecher von EMC, Hersteller der Speicher-Systeme, widersprach dagegen der Darstellung von Schindler. Er erklärte gegenüber heise online, dass es einen Shutdown gegeben habe, der auf Probleme mit der Stromversorgung zurückzuführen gewesen sei. Da sich das System hart abgeschaltet habe, sei eine logische Überprüfung der File-Systeme notwendig geworden. Einen Hardware-Defekt im Speicherbereich habe es nicht gegeben; die Überprüfung der Speichersysteme mit einer Kapazität von über 3 Terabyte habe so lange gedauert, um den aktuellen Stand der Daten wiederherstellen zu können, ohne auf einen älteren Stand unter in Kaufnahme von Datenverlusten zurückgreifen zu müssen. Dass die Überprüfung der File-Systeme defekten Speicher nicht erkannt habe, sei nicht richtig, ein Hardware-Defekt im Speicherbreich liege nicht vor, betonte der Sprecher. Die betroffenen Systeme würden aber zur Zeit noch im EMC-Werk in Irland überprüft, eine endgültige Analyse des Ausfalls gebe es noch nicht.

Zu einem Datenverlust durch den Ausfall sei es bisher jedenfalls nicht gekommen, ganz auszuschließen sei ein solcher Schaden allerdings noch nicht, erklärte der Teles-Chef. Schindler betonte, dass das Unternehmen sich allen berechtigten Ansprüchen stellen werde. Bei einer kurzen Stichprobe von heise online waren etwa die Hälfte der bis zum gestrigen Donnerstag betroffenen Seiten wieder online. Teilweise waren Unterseiten abrufbar, auch wenn auf der Index-Seite immer noch die Standard-Fehlermeldung erschien. (fro)