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Streaming-Box: Google Nexus Player startet in Deutschland

Kaum hat Amazon hierzulande seinen Fire TV Stick als Konkurrenz zum Google Chromecast im Programm, setzt auch Google seine Streaming- und Spielebox Nexus Player gegen das Amazon Fire TV.

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"Wie Du mir, so ich Dir" – so könnte Google den Zeitpunkt zur Veröffentlichung seiner ersten Settopbox mit Android TV in Deutschland gewählt haben, denn seit dieser Woche liefert Amazon seinen gegen Googles erfolreichen HDMI-Stick Chromecast positionierten Fire TV Stick aus . Im Gegenzug setzt Google nun den Nexus Player gegen das Amazon Fire TV. Ab heute kann man den Nexus Player zum Preis von 99 Euro im Google Play Store kaufen.

c't konnte bereits im Dezember die US-Version der ersten Settop-Box mit Googles Betriebssystem Android TV testen. Hier eine Zusammenfassung:

Der 2 cm hohe Nexus Player hat den Durchmesser einer DVD (12 cm) und bringt eine Bluetooth-Fernbedienung mit integriertem Mikrofon zur Sprachsuche mit. Die einzigen Schnittstellen der Box befinden sich an der Rückseite: Neben HDMI-Anschluss (max. 1080p60) und Micro-USB-Buchse zum Anschluss kabelgebundener Tastaturen oder Gamepads findet man den Netzanschluss. Einen Ausschalter gibt es ebenso wenig wie eine Ethernet-Buchse. Wer sich nicht auf WLAN (IEEE 802.11ac, 2ˇxˇMIMO) verlassen will, kann via Micro-USB jedoch einen Ethernet-Adapter anschließen.

Im Nexus Player steckt kein ARM-Design, sondern ein mit 1,8 GHz getakteter Intel Atom (Silvermont) mit vier CPU-Kernen. Für die Grafik ist ein Chip der PowerVR-Serie 6 von Imagination Technologies zuständig. Der Nexus Player hat 1 GByte RAM und 8 GByte Flash (ca. 5,8 GByte nutzbar).

Das Hauptmenü schlägt in einem horizontalen Band Filme und TV-Serien von Google Movies und YouTube-Clips vor – wer bei YouTube angemeldet ist, sieht dort Tipps seiner abonnierten Kanäle. Die Videoplattform ist tief ins System integriert und sorgt praktisch immer für ein Suchergebnis. Das ist einerseits erfreulich, mitunter aber auch verwirrend und oft unpassend.

Inzwischen sind nicht nur die Menüs eingedeutscht, sondern auch die Sprachsuche. Sie funktioniert prinzipiell wie auf Android-Smartphones. So lässt sich nicht nur nach Inhalten auf der Box suchen, sondern auch der Google Knowledge Graph anzapfen; eine allgemeine Websuche ist aber nicht möglich. Anders als bei der US-Version zeigt der deutsche Nexus Player derzeit Wikipedia- und IMDb-Einträge an.

Mit Sprachsuche und Eingabekreuz hat man seine eigene bei Google Music hochgeladenen Titel ebenso im Griff wie den mehrere Millionen Songs umfassenden Katalog von "All-Inclusive" (falls man den Dienst abonniert hat). Texteingabe mit der Fernbedienung ist wie üblich ein Krampf. Zur Eingabe von Account-Daten und Passwörtern bietet sich daher die kostenlose Android TV Remote Control App an. Dort kann man die Bildschirmtastatur des Mobilgeräts nutzen, den Player mit virtuellem Steuerkreuz oder per Touchpad steuern und die Sprachsuche nutzen.

Dank adaptiven Streaming startet die Wiedergabe praktisch augenblicklich, nach knapp 30 Sekunden erreicht Google Movies die bestellte Auflösung. Inhalte aus dem lokalen Netz spielt der Nexus Player nur über Bande ab: Android TV unterstützt Google Cast und lässt sich so wie ein Chromecast-Stick verwenden; auch die Android-Bildschirmübertragung funktioniert.

Das App-Angebot im Play Store für Android TV ähnelt stark dem des Fire TV – eigentlich kein Wunder: Auf beiden läuft Android und wenn man sich schon die Mühe für die TV-Anpassungen macht, kann man auch gleich auf beiden Plattformen veröffentlichen. Wie Amazon unterscheidet auch Google in der Spielerubrik zwischen Spielen für die Fernbedienung und für GamePads.

Wie bei Android üblich, kann man auch unter Android TV in den Einstellungen für Apps und Spiele einen PIN-Schutz gegen versehentliche (In-App-)Käufe aktivieren. Zur Kindersicherung gibt es darüber hinaus einen fünfstufigen Inhaltsfilter.

Abgesehen von der Einbindung des Google Knowledge Graph beim Nexus Player unterscheidet sich der Funktionsumfang kaum vom Amazon Fire TV. Den Unterschied machen wie so oft die exklusiven Angebote: Abonnenten von Google Music "All-Inclusive" sind beim Nexus Player richtig, dafür lockt das Fire TV PrimeKunden mit der Video-Flatrate Prime Instant Video. (vza)