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Streamingdienst: Tausende Disney+-Konten werden in Untergrundforen gehandelt

Möglicherweise hat Disney+ ein Problem: Kurz nach dem Start des Dienstes werden Zugangsdaten von tausenden Benutzerkonten in Untergrundforen zum Kauf angeboten.

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(Bild: Walt Disney Studios Home Entertainment)

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Disneys am 12. November gestarteter Streamingdienst Disney+ legt einen holperigen Start hin: Neben technischen Problemen gibt es Berichte über im Internet kursierende Zugangsdaten von Benutzern. Eine Reihe von Benutzern mussten feststellen, dass ihre Zugangsdaten für die Disney+-Benutzerkonten geändert wurden und sie keinen Zugriff mehr auf den Dienst erhalten.

Andere Nutzer bemerkten, dass plötzlich fremde Inhalte im Verlauf der angeschauten Videos aufgelistet werden.

Einige Nutzer äußerten die Vermutung, dass ihre Konten gehackt worden seien. Auf Twitter und Reddit finden sich entsprechende Meldungen.

Inzwischen werden Zugangsdaten für Tausende von Disney+-Benutzerkonten zum Preis von 3 bis 11 US-Dollar in Untergrundforen angeboten, wie ZDnet herausgefunden hat.

Aktuell ist noch unklar, wie die Zugangsdaten der Disney+-Benutzerkonten in die Hände Unbefugter gelangen konnten. Ein Hack des Disney+-Dienstes ist eher unwahrscheinlich, da bei einem Abonnentenbestand von mehr als 10 Millionen nur wenige Tausend Konten betroffen sind.

Möglicherweise wurden einige Zugangsdaten für Konten durch Sorglosigkeit verbreitet. Denn Disney+ erlaubt bis zu sieben Profile und bis zu 10 Geräte zum Abrufen der Inhalte. Manche Nutzer machen sich daher einen Spaß und teilen ihren Zugang mit Anderen, um sich dann in den Profilen anzuschauen, was diese Personen so ansehen. Das erklärt aber nicht, warum die Zugangsdaten für tausende Konten geändert und die Daten in Untergrundforen gehandelt werden.

Zudem hatte ZDnet Kontakt mit zwei von einem Hack Betroffenen, die versicherten, den Zugang nicht mit Dritten geteilt und nach den Empfehlungen des Anbieters ein eigenes Kennwort für den Disney+-Zugang benutzt zu haben. Momentan gehen die Spekulationen eher dahin, dass die Konten per Brute-Force-Angriff durch Verwendung von Zugangsdaten, die aus früheren Datenlecks stammen, geknackt worden sein könnten. Eine andere Möglichkeit wäre, dass die Zugangsdaten über einen Trojaner oder eine Phishing-Seite abgegriffen wurden. Damit bleibt auch Disney die Erfahrung nicht erspart, die bereits andere Online-Dienste mit Kontenmissbrauch und gehackten Konten machen mussten.

Am 12. November 2019 war der Flatrate-Videostreamingdienst Disney+ in den USA, Kanada und als Preview in den Niederlanden gestartet. Dort wird der Zugang für 70 Euro pro Jahr beworben. 2020 soll es dann mit Disney+ in weiteren Ländern weitergehen, darunter auch in Deutschland.

Der Dienst konnte binnen weniger Stunden nach dem Start mehr als 10 Millionen Abonnenten verzeichnen – teilweise wohl auch auf Grund massiver Werbeaktionen in den USA, wo ein Jahreszugang für Kunden bestimmter Internetprovider wie Verizon gratis ist.

Allerdings wurde der Dienst gleich zum Start durch technische Probleme geplagt, denn viele Benutzer berichteten, dass sie ihre Lieblingsfilme und -sendungen nicht streamen konnten. Der Support des Anbieters scheint auch überlastet zu sein, wie wütende Reaktion der Benutzer auf Twitter belegen.

Benutzer geblockter Konten werden zudem mit kryptischen Fehlermeldungen abgespeist.

(tiw)