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Street View: Google soll 25.000 US-Dollar Strafe zahlen

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Die US-Aufsichtsbehörde FCC hat gegen Google eine Strafzahlung von 25.000 US-Dollar verhängt. Das Unternehmen habe die Untersuchungen zum Datenskandal bei Street View erschwert und verzögert. Dafür habe man jetzt die höchstmögliche Geldstrafe verhängt, sagte eine Sprecherin gegenüber Bloomberg. In einem an vielen Stellen geschwärzten Bericht (PDF-Datei) erläutert die FCC den mangelnden Willen Googles zur Zusammenarbeit und begründet die eigene Entscheidung.

Straßenansicht in New York

(Bild: Screenshot)

Zwischen Mai 2007 und Mai 2010 hatten Kamerawagen von Google Fotos für den Online-Straßenatlas Street View gemacht und dabei auch Daten von WLAN-Netzwerken gesammelt. Sie sollten für ortsbezogene Dienste genutzt werden. Die Software hatte sich jedoch nicht auf Namen und Orte der Netzwerke beschränkt, sondern auch sensible Kommunikationsinhalte wie E-Mails und Passwörter gesammelt. Zuerst hatte Google diese Vorwürfe noch zurückgewiesen, aber später eingestanden, dass mehr Daten gesammelt worden waren, als ursprünglich angenommen. Laut der New York Times beharrt das Unternehmen darauf, dass das Sammeln nicht genehmigt worden war.

Nachdem die US-Handelsbehörde FTC ihre Untersuchungen eingestellt hatte, hatte die FCC damit begonnen, die Vorwürfe zu prüfen. Auf die Untersuchungsanfrage der FCC habe Google mit lediglich fünf Dokumenten geantwortet. E-Mails und andere Kommunikationswege habe man aber nicht umfassend geprüft, weil das eine "zeitaufwändige und beschwerliche" Aufgabe sei, teilte Google mit. Weiterhin seien keine Personen genannt worden, die das Sammeln der Daten genehmigt haben oder in deren Auswertung eingebunden waren. Sie zu identifizieren würde keinen praktischen Zweck erfüllen, so Google gegenüber der FCC. Wegen des großen öffentlichen Interesses legt die Behörde die dargelegten Informationen dar, doch die entsprechenden Abschnitte sind in der vorliegenden Fassung des Berichts größtenteils geschwärzt.

Später habe Google dann die Namen einiger Angestellter, die an Street View gearbeitet haben, genannt, wies aber nicht nach, dass die unternehmenseigenen Untersuchungen umfangreich genug waren. Nach einer erneuten Aufforderung, mehr Informationen zu liefern, wurden die Aussagen einzelner Mitarbeiter übermittelt. Neben der Auswertung dieser Informationen konnte die FCC noch sechs Mitarbeiter von Google und einer Beratungsfirma befragen. Der für die Software verantwortliche Entwickler dagegen berief sich auf sein Recht, sich nicht selbst belasten zu müssen und verweigerte die Aussage. Der New York Times zufolge behauptet er, dass er nicht der Einzige im Unternehmen gewesen sei, der von der Datensammlung gewusst habe.

In ihrem Bericht kommt die FCC zu dem Schluss, dass Google damit nicht genügend Informationen geliefert habe, um die Untersuchung voranzubringen. Deshalb sei nun die Strafzahlung verhängt worden. Darüber wieviele Informationen der endgültige Bericht enthalten darf, streiten sich die FCC und Google, so die New York Times. Der jetzt vorgelegte Zwischenbericht ist durch die vielen Schwärzungen an vielen Stellen unlesbar. (mho)

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