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Streik bei EDS

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Mitarbeiter des IT-Dienstleisters EDS sind nach Gewerkschaftsangaben heute in Rüsselsheim, dem wichtigsten deutschen Standort des Unternehmens, in einen unbefristeten Streik getreten. Damit wollen die Gewerkschaften ver.di und IG Metall das von dem Computerriesen Hewlett Packard (HP) übernommene Unternehmen zu Tarifverhandlungen zwingen. Ver.di-Sprecher Thomas Müller sagte laut dpa, er rechne mit einer hohen Beteiligung der 2100 Beschäftigen an dem Arbeitskampf. In einer Urabstimmung hatten sich vergangene Woche 91,9 Prozent der befragten Gewerkschaftsmitglieder bei EDS Operations Services für einen Streik ausgesprochen.

Wichtigstes Ziel ist ein Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung. In der Folge soll aber auch über die Arbeitsbedingungen und die Entgelte verhandelt werden. Laut IG Metall gibt es derzeit weder bei EDS noch bei HP gültige Tarifverträge. In der Vergangenheit haben die US-Firmen ihre Beschäftigten ohne derartige kollektive Regelungen bezahlt. Die Gewerkschaft zeigt sich erzürnt darüber, dass EDS zwar schwarze Zahlen schreibe, aber den Hauptteil des Stellenabbaus tragen soll.

EDS teilt mit, es erwarte keine Beeinträchtigung des Geschäftsbetriebs durch die Streiks. Das Unternehmen habe sich mit seinen Kunden abgestimmt und Maßnahmen getroffen, um trotz der derzeit laufenden Streikmaßnahmen seine Dienste weiterhin erbringen zu können. Die Geschäftsführung sei "weiterhin gesprächsbereit".

HP hat einen verschärften Kurs beim weltweit notwendigen Stellenabbau angekündigt. Wie viele Arbeitsplätze bei EDS darunterfallen, ist unklar. Die Gewerkschaften gehen von 1150 wegfallenden Stellen aus – bei insgesamt 4200 EDS-Jobs bundesweit. Standortschließungen seien in Ludwigsburg, Leuna, Wuppertal, Essen und Köln geplant. EDS-Mitarbeiter hatte bereits im März gegen den geplanten Jobabbau protestiert und waren mit ihrem Anliegen auch auf die Computermesse CeBIT gekommen. (anw)

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