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Streit über Inkasso bei Call-by-Call beendet

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Der seit langem schwelende Streit zwischen der Deutschen Telekom und ihrer Konkurrenz über den Gebühreneinzug bei Call-by-Call-Anbietern ist beigelegt. Alle Parteien haben dem Vermittlungsvorschlag des Präsidenten der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) zugestimmt; es sei erfreulich, dass trotz erheblicher Differenzen im Vorfeld eine einvernehmliche Lösung erreicht worden sei, erklärte der Präsident der Behörde, Matthias Kurth. Mit der Einigung ist auch die Zukunft der Call-by-Call-Gespräche gesichert. "Der Versuch einer Schlichtung war durchaus ein Wagnis, das mit Risiken behaftet war. Umso ermutigender ist nun das Ergebnis, dass auch außerhalb von förmlichen Verfahren die Regulierungsbehörde zur Lösung von Konflikten im Telekommunikationsmarkt einen entscheidenden Beitrag leistet", betonte Kurth.

Wegen der Forderungen der Telekom, für Rechnungsstellung und Gebühreneinzug die Preise kräftig zu erhöhen, hatten die Wettbewerber mit der Einstellung des offenen Call-by-Call gedroht. Bei diesen Telefonaten müssen die Verbraucher mit einer Netzzugangsziffer immer wieder die Telefongesellschaft auswählen, über die sie das Gespräch abwickeln wollen. Diese Möglichkeit der Telefonwahl hatte wesentlich dazu beigetragen, dass nach der Marktöffnung 1998 schnell Wettbewerbsstrukturen entstanden und die Ferngesprächstarife drastisch fielen.

Der Schlichtungsvorschlag der Regulierungsbehörde sieht vor, dass die Telekom ihren Wettbewerbern jedes Call-by-Call-Gespräch mit 2,8 Pfennig in Rechnung stellen darf. Hinzu kommt pro Rechnung ein Betrag von neun Pfennig. Ab März 2003 sollen die entsprechenden Inkasso- Preise auf 2,5 Pfennig beziehungsweise acht Pfennig sinken. Die Telefonkunden müssen sich allerdings darauf einstellen, dass einige Gesellschaften, besonders Billiganbieter und Discounter, die Telefongebühren anheben. (jk)