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Streit um Auftrag für Accenture zur US-Grenzsicherung

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Eigentlich schien alles klar: Das US-amerikanische Department of Homeland Security (DHS) beauftragte den IT-Dienstleister Accenture, die IT für die Sicherung der US-Grenzen aufzubauen. Im Rahmen des Programms US-VISIT sollte Accenture in den kommenden fünf Jahren und optional fünf weiteren Jahren ein neues Überwachungssystem für die 400 Grenzübergangsstellen der USA an Land, auf Häfen und Flughäfen entwickeln. Dabei sollen die Daten ausländischer Besucher festgehalten werden, einschließlich digitalisierter Fingerabdrücke und Portraitfotos.

Aus dem Deal wird nun aber möglicherweise nichts: Der Firmensitz auf den Bermudas könnte Accenture zum Verhängnis werden und der Firma den 10-Milliarden-Dollar-Auftrag kosten. Der Ausschuss des Repräsentantenhauses, der für die Genehmigung der Haushaltsmittel zuständig ist und von den Republikanern kontrolliert wird, beschloss laut New York Times eine Ergänzung zum Haushalt. Danach dürfte das Department of Homeland Security keine Aufträge an Firmen vergeben, die außerhalb der USA ihren Firmensitz haben. Falls eine solche Firma bereits Verträge mit dem DHS hat, dürfen keine weiteren an sie vergeben werden. Bereits als sich Accenture neben Computer Sciences und Lockheed Martin um den DHS-Auftrag bewarb, waren Bedenken laut geworden, ob ein ausländisches Unternehmen die USA sichern helfen soll -- Kommentare im Ausschuss des Repräsentantenhauses machten aber weniger Sicherheitsbedenken geltend, sondern vor allem die Tatsache, dass Accenture als internationales Konglomerat in den USA praktisch keine Steuern zahlt.

Noch aber ist für Accenture nicht aller Tage Abend: Der Haushaltszusatz ist noch nicht rechtskräftig, er muss beispielsweise noch vom gesamten Repräsentantenhaus gebilligt werden. So zeigten sich denn auch Accenture-Sprecher zuversichtlich, das Geschäft letztendlich doch an Land ziehen zu können.

Zu US-VISIT siehe auch in Telepolis: (jk)