Menü

Streit um Michael-Moore-Film im Internet

In den USA erregt derzeit der neue Film des Journalisten, Filmemachers und Autors Michael Moore die Gemüter. Am ersten Wochenende nach dem Start konnte der präsidentenkritische Fahrenheit 9/11 in den USA 21,8 Millionen US-Dollar einspielen und damit mehr als jemals ein dokumentarischer Film zuvor. Auch kursieren Kopien davon in Tauschbörsen -- und die konservative Website Moorewatch.com hat einen entsprechenden Link gesetzt. Damit hat sie laut Medienberichten den Unmut von Moore-Befürwortern und der Filmvertriebsfirma Lions Gate Entertainment erregt.

Moorewatch.com-Betreiber Jim Kenefick sieht sich im Recht und hat auf seiner Website ein Tondokument verlinkt, laut dem Moore gesagt haben soll, er habe keine Probleme damit, wenn Web-Surfer den Film über P2P-Tauschbörsen verbreiten. Er mache solche Filme und schreibe seine Bücher, um etwas zu verändern. Darum sei es gut, wenn sie möglichst viele Menschen zu sehen bekommen.

Die im Netz kursierende Kopie sei mit einem Camcorder von der Leinwand abgefilmt und deshalb von geringer Qualität, sagt Kenefick. Tom Ortenberg, Chef von Lions Gate Entertainment, plane angeblich juristische Schritte. Kenefick sieht dem gelassen entgegen: "Verklagen Sie mich. Sie werden verlieren und durch meine Gegenklage werden Sie meine Hypothek bezahlen, die Reparatur meines Lastwagens und ein neues Powerbook."

Fahrenheit 9/11 ist das jüngste Werk des Bush-Kritikers Moore. Der Film, der in Cannes die goldene Palme erhielt, beschäftigt sich mit den Folgen der Anschläge vom 11. September in den USA; Moore versucht darin nachzuweisen, dass der US-Präsident George W. Bush die Anschläge dazu benutzte, seine eigene politische Agenda durchzusetzen. Außerdem will Moore beweisen, dass die Bush-Familie enge, auch finanzielle Verbindungen zu den saudi-arabischen Machthabern und dem Bin-Laden-Clan unterhielt. (anw)

Anzeige
Zur Startseite
Anzeige