Streit um "denglischen" Computer-Jargon

Zwischen deutschen Sprachschützern ist es zum offenen Streit um die Einbeziehung englischer Computer-Ausdrücke in den deutschen Sprachschatz gekommen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht
Von
  • Christian Persson

Zwischen deutschen Sprachschützern ist es zum offenen Streit um die Einbeziehung englischer Computer-Ausdrücke in den deutschen Sprachschatz gekommen. "Wir werden mit allen Mitteln zu verhindern versuchen, daß sich das Institut für Deutsche Sprache mit seiner Initiative durchsetzt, derlei Begriffe ins deutsche Wörterbuch aufzunehmen", kündigte der Vorsitzende des Vereins zur Wahrung der deutschen Sprache, Professor Walter Krämer, in einem Gespräch mit der dpa an.

Das Mannheimer Institut für Deutsche Sprache (IdS) hatte in der vorigen Woche den Standpunkt vertreten, Begriffe wie "upgrade" und "download" seien zunehmend akzeptiert. Ziel der Sprache sei es, Verständigung zu erleichtern. Wenn sich englischsprachige Wörter als allgemeinverständlich etabliert hätten, sei es unsinnig, krampfhaft nach einem deutschen Begriff zu suchen. Niedersachse Krämer, dessen Verein vor allem der deutsch-englischen Sprachvermischung ("Denglisch") den Kampf angesagt hat, kann diese Argumentation nicht nachvollziehen. "Für einen großen Teil des englischen Computer-Jargons gibt es perfekte und oft bessere deutsche Wörter", versicherte der in Dortmund lehrende Universitätslehrer. "Außerdem weichen viele Anglizismen den Tiefencode der deutschen Sprache auf. Man weiß nicht mehr, in welcher Sprache man sich eigentlich bewegt und irrt zwischen downloaded, gedownloaded und downgeloaded hin und her." (cp)