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Technology Review

Strom für Mobilgeräte: Unsichtbare Solarzellen im Display

Mit einem neuartigen Verfahren sollen Bildschirm und Stromversorgung von Mobilgeräten eine Einheit bilden.

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Unsichtbare Solarzellen

Es gibt zwar schon dünne Solarzellen für mobile Geräte, aber nur für deren Rückseite. So sieht man den Bildschirm nicht, während es lädt. Das transparente ClearView-Power-Panel dagegen lässt sich auf dem Bildschirm aufbringen, sagt Miles Barr, Gründer des Start-ups Ubiquitous Energy.

Im Vergleich zweier Smartphones, die beide das gleiche farbenfrohe Bild eines Baums zeigen, erhält eines der Geräte Strom von einer transparenten, dünnen Solarzelle auf seinem Display. Aber es ist nicht erkennbar, auf welchem sie sich befindet, berichtet Technology Review. Dasselbe gilt für zwei E-Reader: Das Licht in dem geschlossenen Konferenzraum liefert genug Energie, um zumindest den modifizierten Reader niemals einstöpseln zu müssen, betont Barr.

Das Panel enthält sogenannte farbstoffähnliche Moleküle. Diese absorbieren Licht im Infrarot- und Ultraviolettbereich, der für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar ist. Sichtbares Licht lassen sie dagegen durch. Die nahtlose Anbindung des Panels an die Lade-Elektronik im Handy-Inneren ist ebenfalls nicht erkennbar. Barrs Idee ist es, die Solarfolie schon bei der Herstellung zu integrieren.

Bei der ersten Produktreihe waren die Solarzellen auf dem Display noch erkennbar. Inzwischen sind sie praktisch unsichtbar und so energieeffizient, dass sie Geräte mit niedrigem Verbrauch wie E-Reader und Uhren antreiben können.

Jetzt arbeitet Barrs Firma daran, die Herstellung der Beschichtung so verlässlich zu machen, dass sie in etablierte Fertigungslinien integriert werden kann. Später soll die Beschichtung auch für Fensterscheiben verfügbar sein. Dann könnte der generierte Strom helfen, die Räume dahinter zu kühlen. (Kevin Bullis) / (bsc)

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