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Studie: 6 Prozent zahlen im Laden mobil, 59 Prozent davon mehrmals pro Monat

Nutzer von Mobile Payment wollen auf das Bezahlen mit dem Smartphone nicht mehr verzichten. Beim Großteil der Bevölkerung herrscht aber Skepsis.

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(Bild: Shutterstock/Jacob Lund)

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Eine repräsentative Online-Befragung von Visa in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Forsa bringt mehr Licht in den Nebel der zahlreichen "Studien" rund ums mobile Bezahlen. Laut der Umfrage nutzen hierzulande nur rund sechs Prozent der volljährigen Verbraucher NFC-Bezahlverfahren wie Apple oder Google Pay beim Einkaufen. Von denen geben fast 80 Prozent an, auf das Bezahlen mit Smartphone, Smartwatch oder Wearable nicht mehr verzichten zu wollen. Zwei Drittel aller Mobilzahler würden eher das Portemonnaie zu Hause lassen als ihr Handy.

Diese Zahlen stehen im Kontrast zu anderen, etwa vom Digitalverband Bitkom oder der Unternehmensberatung PwC herausgegebenen Analysen, laut denen schon 25 bis 30 Prozent der Deutschen mobil bezahlt haben. Es ist eine Definitionsfrage: Auch bezahlen mit der Paypal-App oder Shopping auf dem Handy kann "Mobile Payment" sein. Der Fachdienst Finanz-Szene hält für realistisch, dass fünf bis zehn Prozent der Verbraucher im Laden kontaktlos mit dem Smartphone bezahlen.

Laut dem Visa Mobile Payment Monitor 2019 befürchten 58 Prozent der rund 1800 im Mai in Deutschland befragten Verbraucher, dass Betrüger beim mobilen Bezahlen Daten abgreifen könnten. Jeder zweite Nichtnutzer habe sich noch nie mit dem Thema befasst, das Handy an der Kasse zu zücken. Ebenfalls 50 Prozent dächten, dass bei einem solchen Bezahlvorgang sensible Kartendaten übers Internet verschickt würden.

Visa hält dem entgegen, dass nur eine speziell generierte Nummer auf dem Endgerät gespeichert werde, die nirgends aufgedruckt werde und nicht auslesbar sei. Dieser Token kann ausschließlich für das kontaktlose Bezahlen mit dem zugehörigen Mobiltelefon verwendet werden. Diese übertrage die Zahlungsdaten via Nahfunktechnologie (NFC) direkt an das Lesegerät des Händlers, eine Netzverbindung sei also nicht nötig. Die Kreditkartenfirma erhalte zudem nur Transaktionsdaten, "die weder die Namen der Kunden enthalten noch Informationen über die Produkte, die sie kaufen".

69 Prozent der Bundesbürger denken, dass in fünf Jahren mobiles Bezahlen alltäglich sein wird. 59 Prozent derjenigen, die es schon einmal ausprobiert haben, begleichen ihre Rechnungen im Geschäft mehrmals pro Monat per Smartphone. Obwohl bereits rund 80 Prozent aller Kassenterminals hierzulande "kontaktlosfähig" seien, gaben 55 Prozent der Mobile-Payment-Nutzer an, dass sie dem Personal "schon einmal erklärt haben, wie sie dort mobil bezahlen können". 60 Prozent der Frauen und 63 Prozent der "Millennials" seien auch gerne bereit, hier Nachhilfe zu geben.

28 Prozent aller Mobile-Payment-Nutzer haben der Visa-Studie zufolge eine neue Kreditkarte beantragt, um überhaupt mit dem Smartphone bezahlen zu können. 18 Prozent haben dafür sogar die herausgebende Bank gewechselt. Nur zwei Prozent sagten, dass ihre Erwartungen nicht erfüllt worden seien. 88 Prozent würden diese Bezahlmethode dagegen Freunden empfehlen. 23 Prozent aller Nichtnutzer erklärten, Mobile Payment in den nächsten zwölf Monaten ausprobieren zu wollen.

77 der Mobilzahler würden von dieser Option noch öfter Gebrauch machen, wenn sie dadurch Rabatte bekämen, 65 Prozent bei der automatischen Einlösbarkeit von Coupons und 64 Prozent bei der automatischen Teilnahme an Bonusprogrammen. 41 Prozent konstatierten, dass sie durch Push-Benachrichtigungen oder eine digitale Übersicht in ihrer Wallet ihre Finanzen besser überblicken könnten. Elf Prozent waren der gegenteiligen Auffassung. (vbr)