Studie: Allein auf Volkswagen kommen 4,5 Milliarden Euro CO2-Strafe zu

Alle wichtigen Autobauer werden 2021 die EU-Flottenziele zum CO2-Ausstoß verfehlen, sagen Berater voraus. Am teuersten dürfte das für den Marktführer werden.

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VW-Logo (noch) vor blauem Himmel.

(Bild: dpa, Julian Stratenschulte)

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Nach mehreren Jahren mit stetigen Verringerungen sind die CO2-Emissionen in den Flotten aller wichtigen Autohersteller auf dem EU-Markt 2018 wieder gestiegen, und auch 2019 könnten sie weiter zugenommen haben. Auf die Unternehmen kommen laut einer neuen Studie der Beratungsfirma PA Consulting deshalb spätestens für 2021 insgesamt 14,5 Milliarden Euro an Strafen an die EU zu, weil die CO2-Grenzen überschritten werden. Auch die Einführung von Elektroautos kommt zu spät, um noch viel daran zu ändern, berichtet Technology Review online in "CO2-Emissionen: Tropfen auf einen teuren heißen Stein".

Mit Hybrid- und ersten reinen Elektro-Modellen versuchen die Hersteller zwar gegenzusteuern, aber das reicht nicht aus, um eine Verbrauchs- und damit Emissionszunahme im Kern des Automarktes auszugleichen: Nach dem Diesel-Skandal nahm der Anteil von Autos mit dieser relativ sparsamen Treibstoffart ab, stattdessen waren Benziner wieder stärker gefragt.

Außerdem erfreuen sich SUV zunehmender Beliebtheit bei den Kunden, die höhere Bauform und das tendenziell höhere Gewicht laufen ebenfalls auf mehr CO2 pro Kilometer hinaus. Diese Entwicklungen hätten die Autohersteller "etwas unterschätzt“, wie Michael Schweikl von PA Consulting es vorsichtig formuliert.

Absolut gesehen am teuersten dürfte die CO2-Verfehlung für den größten Autohersteller Volkswagen werden. Mit 109,3 Gramm pro Kilometer wird er laut der Studie voraussichtlich weit über der EU-Vorgabe liegen. Multipliziert mit der Zahl seiner verkauften Autos ergibt sich für 2021 eine Strafe von 4,5 Milliarden Euro, was immerhin einem Drittel des Jahres-EBIT entspricht. Statt Strafen zu zahlen, könnten Volkswagen und andere Hersteller auch ihre Hybrid- und Elektroautos mit Rabatt anbieten, erklärt Schweikl – aber das könne ebenso auf Kosten des Gewinns gehen wie die EU-Strafen und sei deshalb letztlich eine Frage der Abwägung.

Mehr dazu bei Technology Review online:

(sma)