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Studie: Auf der schiefen Bahn zu Killer-Robotern

Friedensforscher warnen, dass immer mehr Firmen autonome Waffensysteme entwickeln. Auch deutsche Firmen sind auf der Liste.

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(Bild: Shutterstock/Usa-Pyon)

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Neben Rüstungskonzernen wie Lockheed Martin, Raytheon, Boeing und Airbus arbeiten auch vermehrt auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierte Startups und mittelständische Betriebe in vielen Ländern an Killer-Robotern. Dies geht aus einer Untersuchung von 50 Unternehmen durch die niederländische Organisation Pax hervor, wonach viele Firmen im Bereich autonomer Waffensysteme auf eine "abschüssige Bahn" geraten seien. Obwohl viele Staaten schwere Bedenken gegenüber der Technik hätten und so manches Unternehmen sich davon öffentlich distanziere, seien Killer-Roboter immer weniger Science-Fiction.

Die USA und Israel waren laut dem am Montag publizierten Bericht traditionell die Hauptinvestoren in tödliche autonome Waffen in den vergangenen Jahrzehnten. Länder wie China, Russland, Polen oder die Türkei hätten ihre Bemühungen in diesem Bereich aber "drastisch verstärkt". Als Beispiele nennt der Autor Frank Slijper etwa eine "Kamikaze-Drohne" des türkischen Staatskonzerns Kargu, die Ziele auf Basis automatisierter Gesichtserkennung ausmache, sowie die unabhängig von Menschen operierende israelische Waffe "Mini Harpy". Ohne neue bindende internationale Kontrollnormen drohe daher ein neuer, KI-getriebener Rüstungswettlauf.

Entwickelte unbemannte Systeme könnten in der Luft, auf dem Boden und im Wasser verwendet werden und teils in Schwärmen kooperieren, wobei die Fernsteuerung durch einen Menschen immer unwichtiger werde, heißt es in der Studie. "Hohe Bedenken" hat Pax auf diesem Feld neben den genannten Branchengrößen etwa auch bei AeroVironment, Dynetics, General Atomics, Leidos und Teledyne aus den USA. Aus China sind Avic, Casc und Norinco auf der Liste der "hohen Gefährder", in Europa etwa die deutsch-französische Rüstungsholding KNDS. Bei Firmen wie Rheinmetall oder Thales hegt Pax mittelschwere Bedenken.

Die Bundeswehr will auch über tödliche autonome Waffen verfügen und setzt dabei auf "Taktische unbemannte Flugsysteme" (TaUAS). Die Niederländer drängen Hersteller dagegen dazu, sich öffentlich zu verpflichten, nicht an solcher Technik mitzuarbeiten. Dafür seien klare interne Richtlinien nötig. Zumindest müsse sichergestellt werden, dass eine effektive menschliche Kontrolle Teil des Design- und Produktionsprozesses von Waffensystemen bleibe. An Regierungen appelliert die Einrichtung, einen internationalen Vertrag für den Bann von Killer-Robotern zu unterstützen. (vbr)