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Studie: Baby-DVDs hemmen Spracherwerb von Kleinkindern

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Nach einer von der Universität von Washington veröffentlichten Studie entwickelt sich das Sprachvermögen fernsehender Kleinkinder in den USA weitaus langsamer als das ihrer Altersgenossen ohne Fernseherfahrung. Für jede Stunde, die sie täglich vor dem Fernseher verbringen, lernen acht bis 16 Monate alte Kinder im Schnitt sechs bis acht Wörter weniger als Kinder, die sich die Sprache ohne "kindgerechte" Fernsehprogramme oder angeblich lernfördernde Baby-DVDs aneignen. Mit Hilfe eines 90 Wörter umfassenden standardisierten Sprachtests, der telefonisch mit über 1000 Familien durchgeführt wurde, wurde das Sprachverständnis der Babys abgefragt. Gegenüber dem Time Magazine sprach einer der Studienleiter, Dr. Dimitri Christakis, von einem zehnprozentigen Sprachrückstand der fernsehenden Kinder gegenüber ihren nichtglotzenden Altersgenossen. Je mehr Fernsehen die Kleinen konsumieren, desto weniger Wörter zählt ihr Sprachschatz, erläutert der Wissenschaftler.

Dr. Susan Linn, Mitglied des Vorstandes von Campaign for a Commercial-Free Childhood (CCFC), beruft sich auch auf eine andere Studie von Christakis und seinem Team aus dem Frühjahr 2006. Danach sollen bereits 40 Prozent der Kleinkinder in den USA regelmäßig Fernsehprogramme oder DVDs mit extra auf die junge Zielgruppe zugeschnittenen Inhalten konsumieren. 90 Prozent der Kinder ab dem Alter von zwei Jahren sollen sogar zwei bis drei Stunden täglich fernsehen. Die CCFC setzt sich für didaktisch sinnvolle Lehrmethoden für Kinder ein und versucht auf das Lehren mit falschen Mitteln aufmerksam zu machen. Mit Hilfe von besagten Studien versuche man die Eltern auf andere – und in den Augen von CCFC bessere – Lehrtechniken hinzuweisen.

Siehe dazu in Telepolis:

(jdo)