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Studie: Drogenhandel findet nur marginal im Internet statt

Die RAND Corporation hat im Auftrag der niederländischen Regierung den Dogenhandel auf Kryptomärkten untersucht.

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Alphabay ist einer der acht untersuchten Kryptomärkte

(Bild: RAND Europe)

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In den "dunklen Bereichen" des Internets gibt es etwa 50 sogenannte Kryptomärkte sowie Shops, in denen Verkäufer und Käufer von illegalen Drogen aufeinandertreffen können. Allein über acht Kryptomärkte, die die US-amerikanische Denkfabrik RAND Corporation analysiert hat, wurden im Januar 2016 rund 12 Millionen Euro umgesetzt. Rezeptpflichtige Medikamente und Alkohol wurden dabei nicht berücksichtigt. 57 Prozent der Offerten auf den Märkten seien Drogen gewesen.

Die Niederländische Regierung hatte die Denkfabrik beauftragt zu untersuchen, wie sich der Drogenmarkt nach der Schließung des Drogenhandelsplatzes Silk Road im Oktober 2013 entwickelt hat. Dem Land wird im allgemeinen Drogenhandel eine wichtige Rolle zugesprochen, es sei ein Hauptproduzent von MDMA, Extasy und Cannabis sowie ein wichtiger Umschlagplatz für Kokain.

Der monatliche Umsatz aller Kryptomärkte zusammengenommen beträgt laut der Studie 21,1 Millionen bis 25 Millionen Euro. Mit Cannabis, Amphetaminen, Kokain und Extasy würden etwa 70 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet. Offline wird nach Angaben der RAND Corporation wesentlich mehr Geld mit Drogen umgesetzt, nämlich allein in der EU monatlich 2,3 Milliarden Euro.

Allerdings sei die Anzahl der Shops im Darknet in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Mit dem Aufstieg und Fall von Silk Road 1.0 seien Kryptomärkte schnell populär geworden. Bevor das FBI zuschlug, seien dort schätzungsweise monatlich 7 Millionen US-Dollar umgesetzt worden. Die drei größten Märkte AlphaBay, Nucleus und Dreammarket wiesen 65 Prozent aller Listings auf.

Mit einer Zahl von 890 kommen die meisten Drogenhändler des Darknet aus den USA. Darauf folgt Großbritannien mit 338 und Deutschland mit 225. Auf den untersuchten Märkten erzielten die US-amerikanischen Händler 36 Prozent des gesamten mit Drogen erzielten Umsatzes. Niederländische Händler tragen 8 Prozent Umsatz bei. Auf einer Prokopfbasis sind das 4,5 Mal mehr als die US-Händler.

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(anw)