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Studie: Fehlendes Breitband behindert Digitalisierung der Wirtschaft

Der Digitalisierungsgrad von Industrie, Bau, Handel und Dienstleistungen ist laut einer Umfrage im Vergleich zu 2015 um 6 auf 55 Indexpunkte gestiegen. Treiber ist das Internet der Dinge, Hürde die Netzinfrastruktur.

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Studie: Fehlendes Breitband behindert Digitalisierung der Wirtschaft

(Bild: TNS Infratest)

Es geht voran in Deutschland mit der digitalen Transformation von Unternehmen. Im Index des am Donnerstag in Berlin vorgestellten "Monitoring Report Wirtschaft Digital 2016" erreichen Industrie, Bau sowie Handel und Dienstleistungen hierzulande mittlerweile 55 von 100 möglichen Punkten, haben sich also ins obere Mittelfeld vorgearbeitet. 2015 lag der Wert noch bei 49 Zählern.

27 Prozent der untersuchten Unternehmen erreichen laut dem Ergebnisbericht über 70 Indexpunkte und können damit als "hoch" digitalisiert gelten. 49 Prozent liegen im Bereich 40 bis 69 Punkten und gehen als "durchschnittlich", 24 Prozent als "niedrig" digitalisiert durch.

Die Branche für Informations- und Kommunikationstechnik erreicht 75 Punkte und bleibt damit Vorreiter der digitalen Transformation. Auch die wissensintensiven Dienstleister liegen im Index dank 70 Punkten mit an der Spitze. Durchschnittlich digitalisiert sind sieben weitere Branchen, allen voran die Finanz- und Versicherungswirtschaft vor Handel sowie Energie- und Wasserversorgung. Im Mittelfeld liegen Maschinenbau, Chemie und Pharma, Verkehr und Logistik sowie Fahrzeugbau. Unterdurchschnittlich vernetzt sind das Gesundheitswesen mit 36 und das sonstige verarbeitende Gewerbe mit 35 Punkten.

Als größtes Hemmnis für den Ausbau der Digitalisierung haben die Teilnehmer mit 40 Prozent eine "Unterversorgung mit leistungsfähigem Breitband" ausgemacht. Vor allem bei den schnelleren Glasfasernetzen bestehe noch "deutlicher Nachholbedarf", heißt es in der Studie. Mit 38 Prozent gilt als zweitgrößte Hürde der hohe Investitionsbedarf. Zu großen Zeitaufwand nennen 32, fehlende verlässliche Standards 28 Prozent als erhebliche Erschwernisse. Fast jedes vierte Unternehmen sieht beim Datenschutz und der IT-Sicherheit sowie fehlendem, qualifizierten Fachpersonal Hürden, die der Digitalisierung entgegenstehen.

Für die Untersuchung haben das Marktforschungsinstitut TNS Infratest und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag des Bundeswirtschaftsministerium zwischen April und Juli 924 Experteninterviews in deutschen Unternehmen geführt. Die Umfrage gilt für die gesamte gewerbliche Wirtschaft als repräsentativ. Der daraus aufgestellte Digitalindex soll zeigen, wie weit die Digitalisierung in den analysierten Branchen fortgeschritten ist. (anw)

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