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Studie: Finanzbranche sieht kaum Zukunft für Bitcoins

Das Kryptogeld Bitcoin wird nicht aus der Nische herauskommen, glauben die Vorstände deutscher Finanzunternehmen laut einer Bitkom-Umfrage. Bei der Blockchain-Technik sehe das aber ganz anders aus.

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Bitcoin

(Bild: dpa, Jens Kalaene/dpa)

Digitale Währungen wie Bitcoins werden nach einhelliger Meinung von Verantwortlichen in Finanzunternehmen auch in zehn Jahren nur ein Nischendasein fristen. Das gaben 95 Prozent der befragten Geschäftsführer und Vorstände in einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom an. In der Bevölkerung gebe es dagegen ein großes Interesse. In einer im Sommer durchgeführten Befragung hätten sich 36 Prozent der Menschen vorstellen können, Bitcoins oder andere digitale Währungen zu nutzen, teilte der Bitkom am Donnerstag mit. In der Altersgruppe zwischen 14 und 29 Jahren lag der Anteil sogar bei 53 Prozent.

Der aktuellen Studie zufolge gehen dagegen nur 2 Prozent der befragten Geschäftsführer und Vorstände davon aus, dass Bitcoins als Ergänzung zu herkömmlichen Zahlungssystemen akzeptiert werden wird. Dass es die digitale Währung im Jahr 2025 gar nicht mehr geben werde, glauben allerdings auch nur 3 Prozent der Befragten. Befragt wurden 102 Geschäftsführer beziehungsweise Vorstandsmitglieder von Unternehmen der Finanzbranche ab 20 Mitarbeitern.

Eine den Krypto-Währungen zugrundeliegende Technologie stoße in der Finanzwelt in Deutschland dagegen auf großes Interesse, betonte Bitkom-Finanzexperte Steffen von Blumröder. So ermöglichten sogenannte Blockchains Zahlungsvorgänge transparent und dezentral zu erfassen. Als Blockchain wird eine Datenbank bezeichnet, die von allen Teilnehmern eines Transaktionssystems gemeinsam geführt wird. Dort werden alle Aktionen in chronologisch miteinander verketteten Datenblöcken gespeichert, womit nachträgliche Manipulationen verhindert werden sollen.

"Möglicherweise werden Bitcoins als eigene Währung weiter in der Nische bleiben, die Idee der Blockchain dahinter aber Einzug in unseren alltäglichen Zahlungsverkehr nehmen", schätzt Blumröder. Das sehen offenbar auch global agierende Großbanken so: Über zwei Dutzend Geldhäuser aus aller Welt beteiligen sich inzwischen am Startup R3 CEV, das auslotet, wie die Finanzwelt Nutzen aus der Technik ziehen könnte. Aus Deutschland sind die Commerzbank und die Deutsche Bank mit an Bord. (Mit Material der dpa) / (axk)

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