Gamescom

Studie: Freunde sind auch in virtuellen Welten wichtig

Eine Studie der Universität Leipzig zu jugendlichen Onlinespielern kommt zu dem Ergebnis, dass ein Großteil der Jugendlichen sich der Risiken einer Spielsucht durchaus bewusst ist und dass sie ihr Medienverhalten reflektieren.

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Von
  • Dennis Schirrmacher

Professor Kurt-Ulrich Mayer hielt die Eröffnungsrede zur Veranstaltung der Leipziger Uni auf der Games Convention.

Die Universität Leipzig untersucht in ihrer Medienkonvergenz-Monitoring-Studie, wie sich Heranwachsende Medienwelten erschließen. Laut den am heutigen Freitag auf der Games Convention vorgestellten Ergebnissen, passen viele Jugendlichen nicht in das Klischee des süchtigen "Dauer-Zockers", vielmehr würden die Jugendlichen ihr Medienverhalten reflektieren und den Suchtfaktor von Online-Spielen durchaus kritisch betrachten.

Die Studie (PDF-Datei) läuft seit dem Jahr 2003 und beschäftigte sich bereits mit Animes, Handy-Downloads und dem Internet als Massenmedium. Seit 2005 wird auch das Verhalten von Online-Spielern analysiert. Die Uni Leipzig hat dazu rund 1000 Spieler auf der Games Convention und etwa 360 Spieler im Rahmen von Online-Interviews befragt.

Laut den Ergebnissen wollen Jugendliche, die im Internet spielen, vor allem mit anderen in Kontakt treten und so neue Leute kennenlernen. So sagt etwa ein 17-Jähriger: "Man kommt dann so ins Gespräch: Wie alt seit ihr? Woher kommt ihr? Was macht ihr so? Naja, dann hast du halt so Connections und manchmal reicht das bis zur Freundschaft."

84 Prozent der Befragten spielen laut den Studienergebnissen in sogenannten Clans und Gilden. Spieler berichten, dass sie in einem Clan nicht nur über das Spiel diskutieren sondern auch private Probleme ansprechen. Online-Spielwelten würden also in gewisser Weise soziale Räume darstellen.

Auch würden die meisten Jugendlichen die virtuelle Welt nicht als Möglichkeit einer Flucht vor der Realität ansehen – also anders, als derzeit vielfach in den Medien publiziert. Die Jugendlichen sähen aber auch die Suchtgefahr. So seien sie sich bewusst, dass man verwahrlosen und die Realität vergessen könne. Wichtig sei deshalb, dass Eltern sich mit ihren Kindern auseinandersetzen. (Dennis Schirrmacher) / (pmz)