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Studie: Gewalt-Spiele am Computer machen aggressiv

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Eine neue Studie dürfte die Diskussion um die Wirkung von Gewalt-Spielen am Computer neu anheizen: Nach einer Studie von zwei Psychologen der Universität Bochum machen "gewalthaltige Computerspiele" Kinder "unter bestimmten Umständen aggressiv." Die Studie wird voraussichtlich im Frühjahr 2001 veröffentlicht.

Clemens Trudewind und Rita Steckel von der Arbeitsgruppe für Motivations- und Emotionspsychologie der Universität Bochum untersuchten 280 Kinder. Bei den untersuchten 8- bis 14-Jährigen meinen die Autoren deutlich festgestellt zu haben, dass das "Einfühlungsvermögen für Mitleid erregende Bilder" unterschiedlich ausgeprägt ist – je nach Bindungssicherheit der Kinder zu den Eltern und je nach Inhalt eines zuvor gespielten Computerspiels.

Von Oktober 1998 bis Mai 1999 hatten die Wissenschaftler die Daten von 280 Kindern zwischen 8 und 14 Jahren erhoben: An zwei Bochumer Grundschulen und einer Gesamtschule wurden insgesamt 153 Jungen und 127 Mädchen befragt, in einem Versuchsraum einem von drei unterschiedlichen Spielen zugewiesen (ein "gewaltfreies Spiel", ein leistungsthematisches "Problemlösespiel" und ein "Kampfspiel") und anschließend mit einem Bildersatz konfrontiert, der 96 positive sowie negative und belastende Bilder enthielt. Mit einer Elektrode am Zeigefinger sowie einer Videokamera zeichneten die Forscher die Reaktionen der Kinder auf diesen Bildersatz auf.

Gemessen wurde so die Desensibilisierung der Kinder für Mitleid erregende Bilder, zum Beispiel Menschen oder Tiere in Not, und zwar sowohl durch die Anzahl und Dauer der Betrachtung belastender Bilder als auch durch die physiologischen und mimischen Reaktionen der Kinder. Sie konnten selbst entscheiden, wie viele der Bilder sie sich wie lange ansehen wollten.

Nach dem "Kampfspiel" schauten sich die Kinder freiwillig mehr "belastende Bilder" an als nach den andere beiden Spielen. "Kinder mit sicherer Eltern-Kind-Bindung zeigten eine geringere emotionale Abstumpfung nach dem Gewalt-Spiel als unsicher gebundene Kinder", lautet eine der wichtigen Erkenntnisse aus der Studie. Etwa 15 Prozent der Unterschiede in der generellen Empathiefähigkeit, die bei den Kindern mit einem eigenen Test erfasst wurde, können die Forscher auf Variablen zurückführen, die direkt mit dem Umgang mit Computerspielen zu tun haben.

Gewalt-Spiele sollten daher nicht verharmlost werden, raten die Autoren. Intensive Erfahrungen mit solchen Spielen führten "dauerhaft zu einer Abschwächung der Empathiebereitschaft im Sinne einer emotionalen Abstumpfung". Dies beeinträchtige auch langfristig den wichtigsten Hemmfaktor für aggressives Verhalten. (wst)

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