Studie: Immer mehr Händler eröffnen Online-Shops

Während immer mehr vor allem kleinere Handelshäuser das Internet als neuen Vertriebskanal für sich entdecken, steigt auch die Zahl der Besucher von Webshops, wie Marktforscher in der aktuellen Studie "E-Commerce in Deutschland 2008" festgestellt haben.

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Während immer mehr vor allem kleinere Handelshäuser das Internet als neuen Vertriebskanal für sich entdecken, steigt auch die Zahl der Besucher von Webshops hierzulande, wie Marktforscher von ibi research an der Universität Regensburg in ihrer aktuellen Studie E-Commerce in Deutschland 2008 festgestellt haben. In Kooperation mit einem Konsortium weiterer auf E-Commerce fokussierter Firmen hatte ibi research im August und September dieses Jahres dazu rund 700 Online-Händler befragt (wobei 290 qualifizierte Fragebögen ausgewertet wurden).

(Bild: ibi research)

Knapp die Hälfte der Befragten verkauft erst seit weniger als drei Jahren über das Internet – und über 90 Prozent tun dies mit einem eigenen Webshop. Dabei wurden allein in den ersten neun Monaten 2008 genauso viele neue Shops eröffnet wie jeweils in den beiden vorangegangenen Jahren – das zeigte der Vergleich mit Umfrageergebnissen aus 2006 und 2007. Nur jeder Fünfte bietet seine Waren über eine Verkaufsplattform an, knapp 30 Prozent unterhalten zudem ein Ladengeschäft. Der Vertrieb über Auktionsplattformen hat nach Erkenntnissen der Marktforscher an Bedeutung verloren: Nur 27 Prozent bieten ihre Waren auch auf Versteigerungsportalen an – wobei eBay mit einem Anteil von über 90 Prozent klar dominiert. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Nutzung des Vertriebsweges Auktionsplattformen jedoch um 15 Prozent zurück.

Mehrheitlich (68 Prozent) handelt es sich bei den im Rahmen der Studie untersuchten Unternehmen um kleine Handelshäuser mit weniger als 10 Mitarbeitern, die über ihren Webshop primär private Käufer ansprechen (B2C). Nicht ganz 50 Prozent der Online-Händler können wöchentlich über 1000 Besucher in ihrem Webshop "begrüßen". Immerhin bei fast einem Viertel der Händler wird dabei auch jeder zehnte Besucher tatsächlich zu einem Käufer, der eine Bestellung abschließt. Als Durchschnittswert für die sogenannte Makro-Konversionsrate – also das Verhältnis von Besuchern zu Bestellungen – aller befragten Online-Händler ermittelte ibi research 12 Prozent. Von den Webshop-Besuchern, die bereits mindestens ein Produkt in den Warenkorb gelegt hatten, kauften dann immerhin zwei Drittel auch tatsächlich.

(Bild: ibi research)

Der durchschnittliche Warenkorb pro Kaufvorgang liegt bei 162 Euro – ein Großteil der Bestellungen (59 Prozent) rangiert jedoch zwischen 20 und 100 Euro. Für die Abwicklung des Bezahlvorgangs gewinnen moderne, auf den Online-Handel zugeschnittene E-Payment-Verfahren zwar zunehmend an Bedeutung, die überwiegende Mehrheit (83 Prozent) der Befragten vertraut jedoch weiterhin auf die bewährte Überweisung per Vorkasse. Auch die Bezahlvarianten Nachnahme, Rechnung, Kreditkarte und Lastschrift spielen maßgebliche Rollen. Während knapp 40 Prozent der Verkäufe per Vorkasse abgewickelt werden, entfallen gut ein Fünftel auf die Bezahlung per Rechnung. Kreditkarte und Lastschrift kommen lediglich in jeweils rund 10 Prozent aller Fälle zum Tragen.

PayPal, das immerhin von mehr als der Hälfte der befragten Händler angeboten wird, ist jedoch nur in neun Prozent aller Bezahlvorgänge die von den Käufern tatsächlich genutzte Variante. Weniger als drei Prozent der Einkäufe werden derzeit per Direktüberweisung (z. B. giropay oder sofortüberweisung.de) oder mittels E-Payment (z. B. ClickandBuy, Luupay, Moneybookers, T-Pay) bezahlt. Gänzlich unproblematisch sind aber auch die klassischen Verfahren Rechnung und Lastschrift für den Handel nicht. Knapp ein Viertel der Befragten gab an, dass jede zehnte Rechnung nicht pünktlich bezahlt wird und mindestens 3 Prozent der Lastschriften zurückgebucht werden. Obwohl laut Creditreform die private Überschuldung hierzulande rückläufig ist und sich in der Folge die Zahlungsausfälle im Handel reduzieren sollten, greifen immer mehr Verkäufer auf die Dienste externer Inkassofirmen zurück: Der Anteil der Befragten, die zumindest einen Teil ihrer Inkassomandate an Dienstleister weitergeben, stieg gegenüber dem Vorjahr von rund 50 auf über 60 Prozent. (map)