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Studie: Jugendliche riskieren im Internet oft Mobbing und Drohungen

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Jugendliche veröffentlichen im Internet viele persönliche Daten und laufen somit Gefahr, Opfer von Beleidigungen oder Belästigungen zu werden. Wie die Kieler Nachrichten über eine Studie der Universität Kiel berichten, stellt etwa die Hälfte ein eigenes Foto online, ein Viertel gibt seine Adresse preis, zwei Drittel das Geburtsdatum. "Offensichtlich sind sie sich der Nachteile, die daraus erwachsen können, nicht bewusst", erklärte Frithjof Staude-Müller vom Psychologischen Institut der Uni Kiel heute, der die Untersuchung gemeinsam mit Professor Thomas Bliesener erarbeitet hat. So sei etwa jeder Zehnte in den vergangenen drei Monaten im Internet in Verruf gebracht, jeder Fünfte beleidigt oder bedroht worden.

Die Freigabe persönlicher Daten vereinfache die Kontaktaufnahme, erklärte Staude-Müller. Zehn Prozent der Befragten wurden ungewollt von politisch extremen Gruppen online angesprochen. 30 Prozent (Mädchen 38 Prozent) bekamen sexuelle Angebote. Dabei wurden in jedem fünften Fall reale Treffen angesprochen. Das gebe schon Anlass zur Sorge, sagte der Experte.

Für die Untersuchung wurden die Angaben von 1277 Jugendlichen vor allem aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen ausgewertet. 86 Prozent der Befragten erklärten, mehrmals die Woche oder täglich im Internet zu surfen. Drei Viertel haben einen eigenen Computer. Die durchschnittliche Nutzungsdauer unter der Woche beträgt mehr als zwei Stunden, an freien Tagen sogar drei Stunden. Drei Viertel von ihnen gaben an, in Internet-Foren, Chatrooms oder sozialen Netzwerken wie SchülerVZ oder Facebook aktiv zu sein.

Gerade in den sozialen Netzwerken würden häufig Gerüchte verbreitet, Geheimnisse verraten oder unvorteilhafte Fotos und Videos veröffentlicht. Solche Bloßstellungen seien von den Jugendlichen besonders gefürchtet, sagte Bliesener. In der Studie gaben 22 Prozent der Befragten an, das schon einmal Unwahrheiten über sie im Netz verbreitet wurden. In solch einem Fall können sie aber selbst eingreifen: "Opfer haben das Recht bei den Provider das Löschen der Materialen zu verlangen. Diese reagieren in der Regel auch schnell und verantwortungsbewusst", erklärte der Professor. (dpa) / (anw)