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Studie: Kein Boom bei E-Books in Sicht

Nur knapp ein Viertel der Deutschen kann sich laut einer Studie des Bitkom für E-Books erwärmen. Damit stagniert die Zahl der Leser von Digitalausgaben seit drei Jahren.

E-Book

(Bild: dpa, Axel Heimken/Illustration)

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23 Prozent aller Bundesbürger lesen einer Studie des Digitalverbands Bitkom zufolge digitale Bücher, doch der vielfach erhoffte Boom der E-Books bleibt in Deutschland weiter aus. Im Vergleich zu den vergangenen drei Jahren ist demnach der Anteil der E-Book-Leser an der Gesamtbevölkerung nahezu konstant geblieben. Dabei sind die elektronischen Bücher unter den 14- bis 29-Jährigen mit einem Anteil von 35 Prozent noch am beliebtesten.

Je älter die Menschen sind, um so weniger nutzen sie E-Books. In der Altersgruppe ab 65 Jahren beträgt der Anteil nur noch 8 Prozent. "Digitale Bücher kommen in Deutschland nicht recht vom Fleck", sagte Bitkom- Präsident Achim Berg. Einen Grund sieht er in den Preisen, die oft kaum unter denen der Print-Exemplare lägen. Befördert werde dies durch die unterschiedliche Besteuerung. So liegt der Anteil der Mehrwertsteuer für E-Books bei 19 Prozent, gedruckte Bücher werden mit dem ermäßigten Satz von 7 Prozent besteuert.

Der Weg für eine günstigere Besteuerung wäre an sich schon geebnet: Das Europaparlament hatte im Juni einer Richtlinie zugestimmt, nach der die EU-Staaten die Mehrwertsteuer der elektronischen Ausgaben genauso wie bei Druckerzeugnissen senken dürfen. Die Bundesregierung konnte sich dazu offenbar aber noch nicht durchringen. Ramschpreise für E-Books wären aber auch bei einer Steuersenkung nicht zu erwarten: Im April 2016 wurde die Buchpreisbindung auch für E-Books eingeführt.

Laut der Studie befürworten 73 Prozent der Bundesbürger eine Angleichung der Mehrwertsteuersätze. 42 Prozent ist allerdings der Preis der Lesegeräte zu hoch. Und 63 Prozent bevorzugen einfach die haptische Wahrnehmung von gedruckten Büchern. Jeder Fünfte (21 Prozent) würde E-Books gerne verleihen oder verschenken, was allerdings die meisten Anbieter meist aus Urheberrechtsgründen nicht ermöglichen.

Mit 67 Prozent sind E-Book-Reader im Stile von Amazons Kindle oder den Tolino-Geräten die beliebteste Leseplattform für digitale Bücher; laut Bitkom ein Plus von 20 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Platz- und Gewichtsersparnis sowie die mobile Verfügbarkeit der eigenen Bibliothek gehören zu den wichtigsten Vorteilen für die E-Book-Nutzer. Für die repräsentative Studie wurden von Bitkom Research insgesamt 2194 Personen ab 14 Jahren befragt. Darunter waren 506 aktive E-Book-Leser, die vertieft zu ihrem Nutzungsverhalten befragt wurden. (mit Material der dpa) / (axk)

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