Studie: Linux einfacher, sicherer und billiger als Windows

Im Auftrag der Linux-Fördervereinigung OSDL wollen die Marktforscher von Enterprise Management Associates die Folgerungen eines Linux-Windows-Vergleichs von Microsoft widerlegen

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Auf 17 Seiten versuchen die Marktforscher von Enterprise Management Associates, die Folgerungen aus Microsofts Get the Facts-Systemvergleich zu widerlegen. Die Studie (PDF-Datei) wurde im Auftrag der Industrievereinigung zur Linux-Förderung Open Source Development Labs sowie der Spezialisten für Linux-Systemmanagement von Levanta erstellt. Sie wollen mit ihren Resultaten besonders das Argument Microsofts kontern, Linux verursache höhere Gesamtkosten (Total Cost of Ownership, TCO) als Windows. Das Fazit der Microsoftschen Studiensammlung lautet im Tenor, dass vergleichsweise geringe Ausgaben für Softwarelizenzen durch höhere Schulungskosten mehr als ausgeglichen würden.

Die EMA kommt nun zum Schluss, dass die Behauptung einer höheren TCO nicht mehr zutreffend sei. Dank ausgefeilter Verwaltungstools stelle Linux inzwischen eine kosteneffiziente Alternative zu Windows dar. So gaben 88 Prozent der Firmen mit gemischten Systemumgebungen an, Linux lasse sich leichter handhaben als Windows und 97 Prozent schätzten die Anfälligkeit beider Systeme im für Linux ungünstigsten Fall als gleich groß ein. Dabei seien die Verwaltungstools unter Linux leichter zu handhaben als unter Windows. Die meisten Firmen geben die Verfügbarkeit ihrer Linux-Systeme mit 99,99 Prozent an, 17 Prozent berichten sogar von gar keiner Downtime. 60 Prozent der Probleme bei Linux könnten in weniger als einer halben Stunde und damit mehr als acht mal schneller als im Durchschnitt gelöst werden.

Drei Viertel der Administratoren gaben an, ein Linux-System in weniger als einer Stunde aufsetzen zu können, ein Viertel braucht dafür sogar nur die Hälfte dieser Zeit. Keine fünf Minuten pro Woche verwendeten die Sysadmins auf das Patch-Management; auch unterschiedliche Linux-Distributionen beeinträchtigten die Arbeit kaum – meist sei die Anzahl der verschiedenen Varianten bei Windows größer als bei Linux. Bei 75 Prozent verschlingt ein Linux-Server rund 10 Minuten pro Woche für das Sicherheitsmanagement, für Maßnahmen gegen Viren und Spyware benötigen 95 Prozent aller Admins nochmal so viel Zeit. Alle Befragten befanden außerdem Linux für deutlich weniger anfällig gegenüber Sicherheitsproblemen als Windows.

Administratoren für Windows oder Linux verdienen nach Angaben der Firmen weniger als 60.000 US-Dollar pro Jahr. Beherrschten die Experten beide Systeme, steigt dieser Betrag offenbar nur geringfügig an – an Linux-Fähigkeiten herrsche im übrigen kein Mangel. Ein Linux-Admin könne allerdings mehr Server gleichzeitig betreuen und sei damit produktiver als sein Windows-Kollege, dessen Maschinen außerdem weniger Last vertrügen. Die Anschaffungskosten für eine Linux-Umgebung lägen allein dank geringerer Ausgaben für Softwarelizenzen um rund 60.000 Dollar niedriger, außerdem stelle Windows die größeren Anforderungen an die Hardware. Laut der Studie geben 79 Prozent respektive 63 Prozent der Firmen kein Geld für Linux-Beratung und -Training aus, während ganze 4 Prozent der Unternehmen diese Dienstleistungen für mehr als 10.000 US-Dollar einkaufen.

Für die Studie hat die EMA eine zufällige Auswahl aus mehreren tausend IT-Unternehmen telefonisch befragt, eine Webumfrage ausgewertet sowie außerdem ausführliche Gespräche mit den IT-Verantwortlichen von 13 Unternehmen mit Linux-Infrastruktur geführt. Insgesamt lagen der Studie Angaben von weltweit über 200 Unternehmen aller Größenklassen zu Grunde. (mhe)