Studie: Mangel an Digitalkompetenz behindert Digitalisierung des Mittelstands

Keine Ahnung, keine Digitalisierung. Da Mitarbeiter über wenig IT-Wissen verfügen, können Mittelständler die Digitalisierung nicht vorantreiben, sagt die KfW.

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(Bild: fotoinfot/Shutterstock.com)

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Fehlende IT-Kenntnisse von Mitarbeitern mittelständischer Unternehmen bremsen die Digitalisierung aus. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der staatlich geförderten KfW-Bank.

Demnach bestehe bei 34 Prozent der befragten Unternehmen ein Engpass (20 Prozent) oder sogar ein erheblicher Engpass (14 Prozent). Rund zwei Drittel der Unternehmen gaben an, keine Probleme mit der Digitalkompetenz ihrer Mitarbeiter zu haben. Rund 38 Prozent der Unternehmen beklagten mangelnde Mitarbeiterkenntnisse als Hürde für die Digitalisierung. Bei einer Unternehmensbefragung von 2016 waren es lediglich 29 Prozent gewesen.

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Für die Unternehmen seien besonders Online-Kompetenzen wichtig. Das gaben 51 Prozent der Unternehmen der KfW-Studie zufolge an. Gemeint sind damit das Recherchieren im Internet, der Umgang mit sozialen Medien sowie Kenntnisse im Onlinemarketing. 45 Prozent der Unternehmen benötigen Mitarbeiter, die spezielle Software und digitale Produktionsmaschinen bedienen können. In nahezu allen Unternehmen müssen Mitarbeiter zumindest grundlegende Fähigkeiten im Umgang mit Standardsoftware und Geräten wie Smartphones und Tablets beherrschen. 78 Prozent der Unternehmen weisen dem große Bedeutung, 14 Prozent geringe Bedeutung zu. Lediglich für 8 Prozent seien diese Kenntnisse unwichtig.

Deutlich fortgeschrittenere Kompetenzen sind bei Unternehmen der forschungsintensiven Industrie gefragt. So gaben 47 Prozent der Firmen an, dass Mitarbeiter Programmierkenntnisse haben müssten, davon wiesen 18 Prozent dem eine hohe Bedeutung zu. Kompetenz in statistischer Datenanalyse fordern 53 Prozent der Unternehmen von ihren Mitarbeitern. Für 16 Prozent dieser Firmen habe dies eine große Bedeutung, für 37 Prozent eine geringe Bedeutung. Für Unternehmen anderer Sektoren spielen diese Kompetenzen der Umfrage der KfW nach keine Rolle.

"Die Digitalisierung des Mittelstands hat in den letzten Jahren zwar Fahrt aufgenommen", erläuterte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Doch die Digitalkompetenzen der Beschäftigten blieben hinter der Entwicklung zurück. "Weiterbildung ist die wichtigste Lösungsstrategie, wird aber zu oft aus Kosten- und Zeitgründen unterlassen." Das hat nach Angaben der KfW auch seine Gründe: Kleine Unternehmen können die für die Weiterbildung anfallenden Abwesenheitszeiten der Mitarbeiter nicht durch Vertretung auffangen, weil zu wenige Mitarbeiter vorhanden sind. Köhler-Geib sieht als Möglichkeiten, Mitarbeiter über Lernvideos und Online-Seminare fortzubilden. Diese können zeitlich und örtlich flexibler genutzt werden, was zu den Anforderungen der betroffenen Unternehmen besser passe.

Grundsätzlich müsse digitale Bildung aber deutlich früher ansetzen, schreiben die Verfasser der Studie. Dies gelte vor allem für komplexe Digitalkompetenzen wie beispielsweise Programmieren. Weiterbildungen dafür seien besonders zeitintensiv. Da würden auch flexible digitale Weiterbildungsangebote nichts nützen. Deshalb sollte bereits möglichst in der Schule und der beruflichen Ausbildung angesetzt und "arbeitsmarktrelevante digitale Kompetenzen" vermittelt werden. (olb)